Villeroy & Boch mit gemischten Bilanzzahlen und düsterer Prognose für 2026
Maximilian SchmidtIran-Kriegswolken trüben Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch mit gemischten Bilanzzahlen und düsterer Prognose für 2026
Villeroy & Boch meldet gemischte Finanzzahlen für 2025 und warnt vor Rückgang 2026
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch verzeichnete im vergangenen Jahr steigende Umsätze und Gewinne, hat jedoch aufgrund des anhaltenden Konflikts im Golfraum seine Prognosen für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit rückläufigen Erträgen und einem Umsatzrückgang.
Im Jahr 2025 steigerte Villeroy & Boch seinen Umsatz um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte deutlich von 6,6 Millionen Euro (2024) auf 14,7 Millionen Euro. Zudem trieb das Unternehmen seine Expansion voran und übernahm im März 2024 den belgischen Badprodukte-Hersteller Ideal Standard.
Im Berichtszeitraum investierte Villeroy & Boch 45,8 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Standorte, darunter ein neues Lager- und Regalsystem am Standort Merzig sowie verbesserte Brenntechnik in Torgau. Zudem optimierte das Unternehmen sein Produktionsnetzwerk und bereitet die Schließung des Werks in Roeselare (Belgien) vor.
Doch der eskalierende Konflikt im Golfraum belastet die Geschäfte schwer. Die Umsätze in Israel und den Golfstaaten sind mittlerweile auf null gesunken, für April wird nur noch ein Umsatz von 30 Prozent des Vorjahresniveaus erwartet. Zudem trieb der Ölpreis am 13. März 2026 mit über 100 US-Dollar pro Barrel die wirtschaftlichen Herausforderungen weiter in die Höhe.
Vor diesem Hintergrund hat Villeroy & Boch seine Prognose für 2026 deutlich gesenkt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird nun auf 75 bis 85 Millionen Euro taxiert – nach 97,8 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Umsatz soll um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert sinken.
Die angepassten Erwartungen spiegeln die direkten Auswirkungen des Golfkonflikts auf das Unternehmen wider. Ohne Umsätze in der Region und rückläufigen Erlösen an anderen Märkten steht Villeroy & Boch vor einem schwierigen Jahr. Die aktuelle Prognose geht von einer geringeren Profitabilität und einem Rückgang der Gesamterträge aus.






