WACKER schreibt Rekordverlust von 805 Millionen Euro – Dividende fällt aus
Clara HofmannWACKER schreibt Rekordverlust von 805 Millionen Euro – Dividende fällt aus
WACKER-Konzern meldet Rekordverlust von 805 Millionen Euro für 2025 – Dividende gestrichen
Die WACKER-Gruppe hat für das Jahr 2025 einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro ausgewiesen und wird daher keine Dividende für das Geschäftsjahr ausschütten. Die schlechten Finanzkennzahlen sind auf eine schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und erhebliche Abschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro zurückzuführen.
Konzerchef Christian Hartel machte für den Abschwung Marktunsicherheiten, Überkapazitäten und den zunehmenden Wettbewerb verantwortlich. Trotz des Rückschlags rechnet das Unternehmen für 2026 mit einer leichten Erholung.
Der Umsatz des Konzerns sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro, während das EBITDA drastisch um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro einbrach. Rückläufige Absatzmengen, fallende Preise und unausgelastete Produktionskapazitäten verschärften den Rückgang. Die anhaltend hohen Energiekosten in Deutschland belasteten die Bilanz zusätzlich.
Als Reaktion startete WACKER im Oktober 2025 das Sparprogramm PACE, mit dem die jährlichen Ausgaben um über 300 Millionen Euro gesenkt und weltweit mehr als 1.500 Stellen abgebaut werden sollen. Die Unternehmensführung betonte, dass strukturelle Veränderungen notwendig seien, um die Profitabilität wiederherzustellen.
Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein leichtes Wachstum: Im ersten Quartal wird mit einem Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro und einem EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro gerechnet. Für das gesamte Jahr wird ein EBITDA von 550 bis 700 Millionen Euro erwartet. Langfristig setzt der Konzern auf Spezialprodukte, Halbleitermaterialien und biotechnologische Innovationen.
In den vergangenen zwei Jahren hat WACKER seine Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter gestärkt. Durch den Kapazitätsausbau am Standort Nünchritz erhöhte das Unternehmen seinen globalen Marktanteil von etwa 20 auf 28 Prozent. Konkurrenten hatten dagegen mit Problemen zu kämpfen: Der Anteil der japanischen Tokuyama Corporation sank nach Produktionskürzungen auf 12 Prozent, während die südkoreanische OCI Company aufgrund betrieblicher Schwierigkeiten von 18 auf 10 Prozent zurückfiel. Hemlock Semiconductor (USA) hielt seine Position bei 25 Prozent dank Investitionen stabil.
Nach dem deutlichen Jahresverlust wird WACKER für 2025 keine Dividende zahlen. Mit dem Sparprogramm und der strategischen Ausrichtung auf wachstumsstarke Segmente will das Unternehmen die Rentabilität zurückgewinnen.
Die Prognosen für das erste Quartal 2026 deuten auf eine allmähliche Besserung hin, auch wenn die Erholung verhalten bleibt. Die Marktanteilsgewinne bei Polysilizium unterstreichen die Bemühungen des Konzerns, langfristige Stabilität zu sichern.