Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem Alltag verschwanden
Maximilian SchmidtNeue Ausstellung: 'Die Beseitigung von GDR-Staatssymbolen' - Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem Alltag verschwanden
Eine neue Ausstellung in Berlin spürt dem plötzlichen Verschwinden der Staatsymbolik der DDR nach der Wiedervereinigung nach. Im DDR-Museum Berlin-Mitte ist nun "Ein Land im Container: Die Entsorgung der DDR-Staatssymbole" zu sehen – eine Schau, die untersucht, warum Flaggen, Embleme und Orden so schnell aus dem öffentlichen Leben verschwanden.
Als die Deutsche Demokratische Republik am 2. Oktober 1990 offiziell aufhörte zu existieren, verloren ihre Symbole jede politische Bedeutung. Noch kurz zuvor allgegenwärtige Flaggen, Abzeichen und Auszeichnungen wurden von Gebäuden entfernt, als Bauschutt entsorgt oder als Schrott verkauft. Offizielle Aufzeichnungen darüber, wie viele vernichtet wurden, gibt es nicht – doch während des Umbruchs verschwanden große Mengen spurlos.
Viele Stücke landeten auf Mülldeponien oder auf Flohmärkten, andere wurden stillschweigend von Privatpersonen gesammelt. Mit der Zeit fanden einige ihren Weg in Museen, darunter auch in den Bestand des DDR-Museums. Die Ausstellung vereint diese Relikte nun und beleuchtet ihr Schicksal nach dem Ende der DDR.
Noch bis Mitte November zeigt die Schau Exponate aus dem Museumsbestand. Besucher können selbst erleben, wie aus einstigen Machtinsignien über Nacht historische Kuriositäten wurden.
Die Ausstellung macht deutlich, mit welcher Geschwindigkeit die DDR-Ikonografie aus dem öffentlichen Raum getilgt wurde. Ohne formelle Dokumentation bleibt das genaue Ausmaß der Beseitigung unklar. Was heute noch erhalten ist, bietet ein bruchstückhaftes, aber greifbares Zeugnis eines untergegangenen Staates.






