Wie ein Bremer Reparatur-Café Nachbarschaft und Nachhaltigkeit verbindet
Ella WagnerWie ein Bremer Reparatur-Café Nachbarschaft und Nachhaltigkeit verbindet
Ein kleines Reparatur-Café in Bremen hilft Anwohnern, kaputte Geräte kostenlos zu reparieren. Hinter der Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan die Werkstatt, die seit ihrer Gründung stetig gewachsen ist. Hier gibt es nicht nur praktische Hilfe, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er vor dem Krieg in Damaskus geflohen war. Schon nach acht Monaten eröffnete er das Reparatur-Café, um anderen zu helfen und gleichzeitig seiner Leidenschaft fürs Reparieren nachzugehen. Mittlerweile empfängt der Raum jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr Besucher in der August-Bebel-Allee 276.
Doch das Café ist nicht nur am Wochenende gut besucht. Hasan, der Vollzeit arbeitet, öffnet die Türen auch unter der Woche am Abend. Seine Frau, Reham Alsalti, und ein Praktikant namens Andrii unterstützen ihn bei den Reparaturen und der Beschaffung von Ersatzteilen. Alle Dienstleistungen sind für die Kunden kostenfrei.
2024 erhielt Hasan die deutsche Staatsbürgerschaft und engagiert sich weiterhin in der lokalen Politik als Mitglied der SPD. Seine Arbeit wird bald noch einfacher, wenn im Juli das neue „Recht auf Reparatur“ in Kraft tritt. Die Gesetzgebung soll den Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen erleichtern – ein Vorteil für Ehrenamtliche und Kunden gleichermaßen.
Das Reparatur-Café bleibt eine verlässliche Anlaufstelle für Bremerinnen und Bremer, die kostenlose Hilfe und praktische Tipps suchen. Mit den bevorstehenden gesetzlichen Änderungen rechnet Hasan und sein Team mit weniger Hürden bei der Beschaffung von Teilen. Die Initiative bleibt eine wichtige Ressource für alle, die ihren Besitz länger nutzen möchten.






