04 May 2026, 12:05

Wolfram Weimer: Wie der Kulturminister die Szene gegen sich aufbringt

Ein Plakat mit farbigen Händen und dem Zitat 'Kultur ist etwas, das Menschen vereint' von Anastasia O. Russland, das Einheit und Vielfalt hervorhebt.

Wolfram Weimer: Wie der Kulturminister die Szene gegen sich aufbringt

Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen seiner Kulturpolitik zunehmend in der Kritik. Seine jüngsten Schritte – darunter die Einmischung in die Jury eines Buchpreises und eine polarisierende Rede – haben das Verhältnis zur Kulturszene schwer beschädigt.

Am 9. Mai 2025 hielt Weimer auf der 75. Verleihung des Deutschen Filmpreises seine erste große programmatische Rede. Er gelobte, „für die Kultur selbst zu kämpfen“ und sie von innen zu stärken. Kritiker werfen ihm jedoch vor, sein Engagement bleibe oberflächlich: Statt Kultur als Raum der Reflexion zu begreifen, reduziere er sie auf ein Marketinginstrument oder eine Touristenattraktion.

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Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin Weimer untersagt, eine Buchhandlung als „extremistisch“ zu brandmarken und von der Shortlist des Deutschen Buchhandlungspreises zu streichen. Der Schritt wurde als „autoritäre Geste“ scharf verurteilt und schwächte seine Position weiter. Sein Anspruch, das politische „Zentrum“ zu vertreten, wirkt angesichts der kulturellen Agenda der AfD zunehmend unglaubwürdig: Die Partei propagiert ein Kulturverständnis, das „Deutschtum“ und politische Legitimation dessen, was sie für erhaltenswert hält, in den Mittelpunkt stellt.

Auch Weimers eigene Schriften geraten unter Beschuss. Beobachter verweisen auf inhaltliche Überschneidungen mit rechtsextremen Diskursen – ein Umstand, der Fragen nach seinen kulturellen Prioritäten aufwirft. Unter seiner Führung wird der CDU vorgeworfen, Kultur auf eine austauschbare Fassade zu reduzieren, ohne inhaltliche Auseinandersetzung.

Die Folgen von Weimers Handeln haben seine Position spürbar geschwächt. Das Gerichtsurteil, kombiniert mit Skepsis gegenüber seinen politischen Vorhaben und Schriften, verdeutlicht die tiefe Kluft zwischen seinem Amt und der Kulturszene. Seine Versprechen der Stärkung bleiben vorerst vom Schatten der Kontroversen überlagert.

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