12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise: Wer profitiert wirklich von der Reform?
Maximilian Schmidt12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise: Wer profitiert wirklich von der Reform?
Deutschlands neue 12-Stunden-Regel für Kraftstoffpreisanpassungen führt zu höheren Gewinnen in der Mineralölbranche
Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Gewinnspannen bei Benzin in den ersten beiden Wochen nach Inkrafttreten der Regelung deutlich erhöhten. Bei Dieselpreisen gestaltete sich die Auswirkung hingegen schwieriger zu messen.
Forschende des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) werteten Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe aus. Sie verglichen die Preisentwicklung in den 14 Tagen vor und nach der Reform. Zur Berechnung der Gewinnmargen zogen sie die Großhandelspreise vom Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA)-Handelsplatz von den Netto-Endverbraucherpreisen ab.
Die Ergebnisse: Die Spanne bei Superbenzin (E10) stieg im Schnitt um 6 Cent pro Liter. Leona Jung vom DICE bezeichnete dies als einen "deutlichen Anstieg". Bei Diesel waren die Schwankungen dagegen so groß, dass sich kein klarer Trend abzeichnete, wie Jacob Schildknecht vom ZEW erläuterte.
Die Auswirkungen fielen je nach Region und Unternehmen unterschiedlich aus. Besonders stark stiegen die Preise in Süddeutschland. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die größten Margensteigerungen, während große Konzerne nur moderate Zuwächse verbuchten. Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass die Wirkung der Reform stark von der lokalen Konkurrenzsituation und Marktstruktur abhängt.
Fazit: Die 12-Stunden-Regel treibt vor allem die Benzingewinne – besonders bei kleineren Anbietern. Bei Diesel bleiben die Margen jedoch uneinheitlich und schwer einzuordnen. Die Studie legt nahe, dass Wettbewerbsbedingungen eine zentrale Rolle dabei spielen, wie sich die Regelung auf die Spritpreise auswirkt.






