AfD-Pläne für Sachsen-Anhalt: Droht das Aus für anerkanntes Abitur nach der Wahl?
Clara HofmannAfD-Pläne für Sachsen-Anhalt: Droht das Aus für anerkanntes Abitur nach der Wahl?
In Sachsen-Anhalt ist eine politische Debatte über die Zukunft schulischer Abschlüsse entbrannt, falls die rechtspopulistische AfD die anstehende Landtagswahl gewinnt. Der ehemalige Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warnte, dass Universitäten in anderen Bundesländern das Abitur aus Sachsen-Anhalt unter einer AfD-geführten Regierung möglicherweise nicht anerkennen könnten. Die Bildungspläne der Partei sind damit zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden.
Ausgelöst wurde die Kontroverse durch Haseloffs Äußerung, ein AfD-Sieg könnte dazu führen, dass andere Regionen die Gültigkeit des sachsen-anhaltinischen Abiturs infrage stellen. Das Wahlprogramm der Partei sieht eine grundlegende Reform der Lehrpläne vor, die Kritiker als Angriff auf bundesweite Standards werten. Der Bildungsforscher Kai Maaz betonte jedoch, dass es derzeit keine rechtliche Grundlage für andere Länder gebe, die Anerkennung der Abschlüsse zu verweigern.
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wies die Bedenken als „Wählerchüchterei“ der CDU zurück. Unter seiner Partei werde das Abitur wieder zu einem „echten Qualitätsnachweis“, so Siegmund. Zudem kritisierte er das aktuelle Schulsystem als zu ideologisch und kündigte an, den Fokus auf „Leistung, Wissen und echte Bildung“ zu legen.
Ein zentraler Vorschlag der AfD ist die Abschaffung der Schulpflicht zugunsten einer „Bildungspflicht“, die Eltern die Wahl zwischen regulären Schulen und Hausunterricht lassen soll. Auch häuslich unterrichtete Kinder müssten jedoch alle sechs Monate zentrale Prüfungen ablegen. Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) warnte, eine solche Reform könnte flächendeckende Schulschließungen in ländlichen Regionen nach sich ziehen.
Streitigkeiten über Bildungsstandards würde letztlich die Kultusministerkonferenz (KMK) entscheiden, die für die Abstimmung der Regeln zwischen den Bundesländern zuständig ist.
Die Bildungspolitik der AfD bleibt ein polarisierendes Thema im Wahlkampf. Sollte die Partei eine absolute Mehrheit erreichen, könnten ihre Reformen das Schulsystem Sachsen-Anhalts grundlegend verändern. Die KMK wird eine zentrale Rolle dabei spielen, ob die Abschlüsse des Landes bundesweit weiterhin anerkannt werden.






