ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt Rückgang
Maximilian SchmidtARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt Rückgang
Eine neue Studie zeigt, dass die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF in ihren Talkshows wirtschaftspolitischen Themen weniger Sendezeit einräumen. 2025 widmeten sich nur noch 20 Prozent der Folgen diesem Bereich – 2023 waren es noch 33 Prozent. Die Kritik kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist und Forderungen nach ausgewogeneren Debatten über das Thema lauter werden.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) analysierte 284 Folgen aus fünf großen Talkshows – Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, Sandra Maischberger und hart aber fair – aus den Jahren 2023 und 2025. Nur 56 Folgen (19,7 Prozent) behandelten explizit wirtschaftspolitische Themen. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben warf den Sendern vor, ihrer Pflicht zu einer ausgewogenen Berichterstattung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nachzukommen.
Die Studie deckte zudem ein Ungleichgewicht bei der Gästeauswahl auf: Politiker machten 41 Prozent der Teilnehmer aus, gefolgt von Journalisten mit 27 Prozent. Ökonomen waren mit 14 Prozent vertreten, während Unternehmer und Vertreter der Wirtschaft nur in 5 bzw. 2 Prozent der Folgen zu Wort kamen. In fast einem Drittel der Sendungen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt fehlte sogar vollständig eine Stimme aus der Wirtschaft.
Die Leistungen der einzelnen Formate fielen unterschiedlich aus. hart aber fair stach hervor, indem die Sendung 39 Prozent ihrer Folgen wirtschaftlichen Themen widmete und regelmäßig Vertreter der Wirtschaft einlud. Maischberger schnitt am schlechtesten ab: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen kamen keine Wirtschaftsexperten zu Wort.
Alsleben betonte, die Sender sollten mehr Praktiker in die Diskussionen einbeziehen. Er unterstrich, wie wichtig es sei, direkt von Unternehmensvertretern zu hören, um wirtschaftliche Probleme besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen Rückgang der wirtschaftspolitischen Berichterstattung in deutschen Talkshows – trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes. Da Politiker und Journalisten die Gästelisten dominieren, fordert die INSM die Sender auf, künftig mehr Vertreter der Wirtschaft einzubinden. Die Forderung folgt auf die Sorge, dass die aktuellen Formate die vielfältigen wirtschaftlichen Perspektiven nicht ausreichend abbilden.






