Bahn-Chaos bleibt: Warum selbst 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029 unwahrscheinlich sind
Clara HofmannBahn-Chaos bleibt: Warum selbst 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029 unwahrscheinlich sind
Deutschlands Bahnnetz kämpft mit anhaltenden Problemen: Verspätungen bleiben hoch, Besserung ist nicht in Sicht
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat ein neues Ziel ausgegeben: Bis 2029 sollen 70 Prozent der Züge pünktlich ankommen – ein deutlich bescheidenerer Anspruch als frühere Vorgaben. Doch selbst dieses reduzierte Ziel gerät angesichts von Extremwetter und betrieblichen Schwächen zunehmend in Zweifel.
2025 erreichten nur etwa 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel ohne größere Verspätungen. Angesichts dieser schlechten Bilanz strich Minister Schnieder das ursprüngliche Ziel der früheren Bahnführung, bis 2027 eine Pünktlichkeitsquote von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch. Auch Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla dämpfte die Erwartungen und schloss kurzfristige Verbesserungen aus. Für 2026 wird nun höchstens mit einer Stagnation gerechnet – die enttäuschenden Werte des Vorjahres dürften sich damit wiederholen.
Extremwetterereignisse zu Beginn des Jahres 2026, darunter schwere Stürme im Januar und Februar, belasteten das System zusätzlich. Selbst das herabgestufte Ziel für 2029 könnte dadurch gefährdet sein. Als Reaktion darauf legte das Bundesverkehrsministerium die "Agenda für zufriedene Fahrgäste" auf – ein Maßnahmenpaket, das die Frustration der Reisenden lindern soll.
Das Programm umfasst drei Sofortmaßnahmen: saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort im Fernverkehr sowie bessere Informationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen. Konkrete Details zu einzelnen Schritten, priorisierten Bahnhöfen oder Streckenmodernisierungen fehlen jedoch noch.
Schnieder warnte zudem in deutlichen Worten, dass die anhaltenden Probleme der Deutschen Bahn das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen untergraben könnten. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Sorge wider, ob die Bahn ihre Krise überhaupt überwinden kann.
Das Pünktlichkeitsziel für 2029 liegt nun bei 70 Prozent – ein deutlicher Rückschritt gegenüber früheren Plänen. Da schnelle Lösungen nicht in Sicht sind, müssen sich Fahrgäste in den kommenden Jahren auf wenig Veränderung einstellen. Der Erfolg der "Agenda für zufriedene Fahrgäste" hängt davon ab, ob konkrete Schritte folgen – doch diese sind bisher nur vage skizziert. Ob die langjährigen strukturellen Probleme damit angegangen werden, bleibt offen.






