17 March 2026, 10:07

Bayer zwischen Roundup-Klagen und Pharma-Hoffnung: Aktie steigt nach Medikamentenerfolg

Schwarzes und weißes Plakat mit einer Hand, die eine Bayer-Tablette Aspirin hält, und dem Text "Das Bayer-Kreuz - Ihre Garantie für Reinheit" darunter.

Bayer zwischen Roundup-Klagen und Pharma-Hoffnung: Aktie steigt nach Medikamentenerfolg

Bayer kämpft seit Jahren mit den finanziellen Belastungen durch Roundup-Klagen – doch die Pharmasparte zeigt nun Anzeichen der Erholung. Nach einem erfolgreichen Arzneimitteltest stiegen die Aktien des Konzerns deutlich, während Anleger eine entscheidende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu Glyphosat-Warnhinweisen im kommenden Jahr erwarten.

Mit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 erbte Bayer eine Welle juristischer Herausforderungen. Das Unternehmen, das Roundup in den 1970er-Jahren entwickelt hatte, einigte sich seitdem in den USA auf Vergleichszahlungen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über 21 Jahre hinweg, um Krebsklagen beizulegen. Trotz dieser Kosten verlängerten EU-Behörden die Zulassung von Glyphosat bis 2033 – der Wirkstoff bleibt damit weiter auf dem Markt.

Die finanziellen Folgen waren schwerwiegend: 2025 verzeichnete Bayer einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und trug eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro – größtenteils bedingt durch Prozesskosten. Dennoch blieb das Pharmageschäft stabil, und aktuelle klinische Erfolge bieten nun neue Hoffnung.

Am 28. Februar 2026 gab das Unternehmen bekannt, dass Kerendia in einer Studie zur nicht-diabetischen chronischen Nierenerkrankung sein Hauptziel erreichte. Dieser Erfolg könnte den Markt für das Medikament erweitern; eine Zulassungsbeantragung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA ist geplant. Die Nachricht trieb die Aktie um 4,71 Prozent auf 40,25 Euro nach oben und setzte einen positiven Trend fort.

Rechtliche und politische Unsicherheiten bleiben jedoch bestehen. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 über Warnhinweise für Roundup verhandeln; ein Urteil wird für Mitte Juni erwartet. Gleichzeitig beobachten Anleger eine geplante Exekutivverfügung, die die Glyphosat-Versorgung sichern soll. Parallel dazu steht auf der Hauptversammlung an diesem Tag eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie an.

Eine für Bayer günstige Entscheidung des Supreme Courts in Kombination mit weiteren Arzneimittelerfolgen könnte die finanzielle Last des Konzerns verringern. Bis 2034 plant das Unternehmen, zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen – vorausgesetzt, regulatorische und rechtliche Hürden werden genommen.

Die kommenden Monate werden für Bayer entscheidend. Ein positives Supreme-Court-Urteil und zusätzliche Zulassungen könnten die Schuldenlast mindern und das langfristige Wachstum stärken. Derzeit balanciert der Konzern zwischen juristischen Risiken und pharmazeutischen Fortschritten, während er sich auf wichtige regulatorische und aktionärsrelevante Weichenstellungen vorbereitet.

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