Bechtle kämpft mit Rekordtief und Führungswechsel in unsicheren Zeiten
Clara HofmannBechtle kämpft mit Rekordtief und Führungswechsel in unsicheren Zeiten
Bechtle durchlebt eine schwierige Phase, nachdem die Aktie des Unternehmens vergangenen Freitag mit 25,74 Euro ein 52-Wochen-Tief erreicht hatte. Der IT-Konzern kündigte zudem eine Umstrukturierung in der Führungsetage an, hält jedoch trotz rückläufiger Gewinne im vergangenen Jahr die Dividendenausschüttung aufrecht.
Die Probleme des Unternehmens spitzen sich vor dem Hintergrund steigender Kosten und Engpässen bei Speicherchips zu, die zu höheren Preisen geführt haben. Die unsichere Lage macht das Investitionsverhalten der Kunden nur schwer vorhersehbar. In der Prognose bis 2026 rechnet Bechtle mit einem weiteren Rückgang der Vorsteuermarge – die EBT-Marge soll auf maximal fünf Prozent sinken.
Die Unternehmensführung plant eine Neubewertung der Situation bis Mitte des Jahres und wird dann ein Update zur Chip-Versorgung und den finanziellen Auswirkungen geben. Parallel dazu verkleinert der Aufsichtsrat das Vorstandsgremium ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder. Thomas Olemotz, der das Unternehmen 17 Jahre lang geführt hat, scheidet Ende 2026 als Vorstandsvorsitzender aus – ebenso wie Antje Leminsky.
Neuer CEO wird ab Anfang 2027 Konstantin Ebert. Das neue Führungstrio will interne Prozesse beschleunigen, um das langfristige Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen. Trotz der aktuellen Rückschläge schlägt Bechtle vor, die Dividende vorerst bei 0,70 Euro pro Aktie zu belassen.
Der Kursverfall spiegelt die Sorgen des Marktes über die Kernprobleme des Unternehmens wider. Mit den laufenden Führungswechseln und dem Fokus auf Effizienz strebt Bechtle eine Stabilisierung an, behält dabei jedoch die Entwicklung bei der Chip-Versorgung und den Kostendruck im Blick. Eine Aktualisierung der Finanzprognosen ist für Mitte 2026 geplant.






