22 March 2026, 02:05

BP setzt auf radikale Sparmaßnahmen und Milliarden-Verkäufe in der Krise

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP setzt auf radikale Sparmaßnahmen und Milliarden-Verkäufe in der Krise

BP treibt drastische Kostensenkungen und Verkäufe voran – Ölpreisboom und operative Herausforderungen belasten den Konzern

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Der britische Energiekonzern BP verschärft seine Sparmaßnahmen und verkauft Vermögenswerte in großem Stil, während die Ölpreise steigen und die betrieblichen Probleme zunehmen. Das Unternehmen hat sein Einsparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben, um die finanzielle Lage zu stabilisieren. Gleichzeitig verschärfen Arbeitskonflikte und Marktdruck die Situation für den Energieriesen.

Die finanziellen Schwierigkeiten von BP haben sich in den letzten Jahren zugespitzt. Seit Anfang 2024 ist der Börsenwert des Konzerns um 15 bis 20 Prozent gefallen – ein Rückgang, der deutlich hinter den Wettbewerbern ExxonMobil und Shell zurückbleibt. Beide Konkurrenten verzeichneten im gleichen Zeitraum Kursgewinne von 25 bis 30 Prozent beziehungsweise 10 bis 15 Prozent.

BP beschleunigt nun seine Umstrukturierungspläne. Bis 2027 sollen Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar veräußert werden, wobei bereits mehr als die Hälfte dieses Ziels gesichert ist. Ein zentraler Schritt ist der Verkauf der deutschen Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion, die auch die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitenden umfasst, betrifft eine Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen Rohöl.

Auf operationeller Ebene eskalierte der Konflikt mit den Gewerkschaften: Rund 800 Beschäftigte der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, wurden nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgeschlossen. Dennoch betont die Unternehmensführung, dass es keine größeren Produktionsausfälle geben werde. Der Raffinerieverkauf stößt unterdessen bei Analysten auf Zustimmung: Die HSBC stufte die BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hoch und erhöhte das Kursziel. Durch die Transaktion könnten bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten aus den Büchern des Konzerns gestrichen werden.

Äußere Faktoren erschweren die Lage zusätzlich. Der Preis für Brent-Öl kletterte auf etwa 112 US-Dollar pro Fass, angetrieben durch schwere Schifffahrtsblockaden in der Straße von Hormus. Die US-Regierung entlastete hingegen die Lieferketten, indem sie eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act erteilte – damit dürfen nun ausländische Schiffe Waren zwischen US-Häfen transportieren.

Mit den jüngsten Maßnahmen versucht BP, seine Finanzen zu konsolidieren und sich an einen volatilen Markt anzupassen. Die Desinvestitionen, die Sparoffensive und die Restrukturierung zielen darauf ab, die Liquidität zu verbessern und die Schuldenlast zu verringern. Angesichts weiterhin hoher Ölpreise und anhaltender betrieblicher Hürden wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob diese Schritte die jüngste Schwächephase des Konzerns überwinden können.

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