Brandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
Clara HofmannBrandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
Neues Joint Venture in Brandenburg an der Havel: Produktion autonomer Drohnenabwehrsysteme startet
In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Gemeinschaftsunternehmen, das autonome Systeme zur Drohnenabwehr herstellen soll. Das von der Heidelberger Druckmaschinen AG und dem amerikanisch-israelischen Unternehmen OAS geführte Projekt stößt sowohl auf Zustimmung als auch auf Kritik. Lokale Politiker sind gespalten über den Wandel von ziviler zu militärisch ausgerichteter Produktion.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit 1991 in Brandenburg an der Havel ansässig und stellt dort Komponenten für Druckmaschinen her. Nun wird ihre Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies (HDAT) mit OAS zusammenarbeiten, um Abwehrsysteme gegen Drohnen zu produzieren. Das Werk beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik an.
Die Systeme sollen vor allem Hobby-Drohnen in der Nähe von Flughäfen neutralisieren und so mögliche Unfälle verhindern. Zunächst wird die Technologie in Deutschland und der Ukraine vermarktet, bevor eine Expansion in andere EU-Länder geplant ist.
Bürgermeister Daniel Keip unterstützt das Vorhaben und bezeichnet es als "Aufwertungsimpuls für den industriellen Ruf der Stadt". Doch es gibt auch Widerstand: Der lokale Aktivist Dominik Mikhalkevich kritisiert die jahrzehntelange Vernachlässigung des Stadtteils Hohenstücken seit 1990 und plädiert stattdessen für Investitionen in zivile Bereiche statt militärische Abhängigkeit.
Andreas Kutsche, Landtagsabgeordneter der BSW, warnt vor militärischer Produktion und nennt sie "totes Kapital". Heidi Hauffe, Vorsitzende des BSW-Kreisverbands, teilt die Bedenken und fürchtet Risiken für die Zukunft der Stadt.
Trotz der Einwände wird das Joint Venture voranschreiten, und die Produktion in Brandenburg an der Havel soll bald beginnen. Die Drohnenabwehrsysteme zielen darauf ab, Sicherheitslücken an Flughäfen und anderen kritischen Infrastrukturstandorten zu schließen. Die Debatte über militärische versus zivile Industrie in der Region wird voraussichtlich weitergehen.






