Brantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler nach historischem Debakel
Maximilian SchmidtBrantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler nach historischem Debakel
Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat ehemalige Wähler der FDP zum Parteienwechsel aufgerufen. Ihr Appell erfolgt, nachdem die Liberalen in zwei wichtigen Landesparlamenten alle Mandate verloren haben. Brantner warnte, die liberale Demokratie in Deutschland stehe nun vor ernsthaften Herausforderungen.
Der Niedergang der FDP ist dramatisch. Bei der Bundestagswahl 2025 verfehlte die Partei die Fünf-Prozent-Hürde und zog nicht in den Bundestag ein. Aktuelle Umfragen sehen sie bei nur noch 3 Prozent – zu wenig für eine Vertretung nach geltendem Wahlrecht. Die Landtagswahlen 2026 bestätigten den Trend: In Rheinland-Pfalz stürzte die FDP von 5,5 Prozent (2021) auf 2,1 Prozent ab und verlor alle Sitze. In Baden-Württemberg scheiterte sie ebenfalls an der Fünf-Prozent-Marke.
Brantner verwies auf die neue Machtverteilung in den Landesparlamenten, die nun von vier Parteien dominiert werden: CDU, Grünen, SPD und AfD. Diese Konstellation gefährde liberaldemokratische Werte, so die Politikerin. Ihr Werben um ehemalige FDP-Anhänger folgt einem ähnlichen Vorstoß des früheren Grünen-Chefs Cem Özdemir, der bereits zuvor diese Wählergruppe ins Visier genommen hatte.
Die Co-Vorsitzende betonte, der Schutz der liberalen Demokratie gehe alle an. Mit ihrer Ansprache an enttäuschte FDP-Wähler will sie die Position der Grünen in einer sich wandelnden politischen Landschaft stärken. Das Ausscheiden der FDP aus den Landesparlamenten in Stuttgart und Mainz markiert einen Wendepunkt. Brantners Aufruf spiegelt die Strategie der Grünen wider, die Lücke zu füllen, die die geschwächten Liberalen hinterlassen. Ob ehemalige FDP-Wähler darauf reagieren, bleibt abzuwarten.






