12 June 2026, 16:03

Deutschlands Wirtschaft hängt an der Straße von Hormus – IWH warnt vor Stagnation 2026

IWH: Wirtschaftliches Wachstum nur mit Öffnung des Hormus-Streits möglich

Deutschlands Wirtschaft hängt an der Straße von Hormus – IWH warnt vor Stagnation 2026

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt, dass die wirtschaftliche Erholung Deutschlands maßgeblich von der Wiedereröffnung der Straße von Hormus abhängt. Ohne diese könnte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 im besten Fall stagnieren. Die jüngsten Prognosen des Instituts unterstreichen die Risiken, die mit den anhaltenden Spannungen in der Golfregion verbunden sind.

Noch zu Beginn dieses Jahres hatten die Ökonomen des IWH ein moderates Wachstum von 0,7 Prozent für 2026 und 1 Prozent für 2027 vorhergesagt. Nun betonen sie, dass eine nachhaltige Erholung nur möglich sei, falls die Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus bis zu diesem Sommer wieder freigegeben würden. Für Ostdeutschland wird ein ähnliches Wachstumsmuster erwartet – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen verbessern sich.

Sollten sich die Spannungen entschärfen und die Energiepreise stabil bleiben, könnte die Industrieproduktion 2026 und 2027 jeweils um 0,9 Prozent steigen. Eine anhaltende Sperrung der Meerenge würde hingegen einen starken Anstieg der Ölpreise auslösen, was Inflation und Zinsen in die Höhe treiben würde. Zudem müsste Deutschland unter einem solchen Szenario mit einem Rückgang der Exporte rechnen.

Die Konjunkturprognose des IWH hängt somit entscheidend von der Entwicklung in der Golfregion ab. Eine Öffnung der Straße von Hormus würde der Industrieproduktion Auftrieb verleihen und die Inflation im Zaum halten. Bleibt die wichtige Handelsroute hingegen geschlossen, drohen der Wirtschaft Stagnation, höhere Kosten und eine schwächere Außenhandelsperformance.

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