22 March 2026, 16:05

Energiearmut in Deutschland: Warum einkommensschwache Haushalte unter Heizkosten ächzen

Plakat mit der Überschrift 'Energieeffiziente Wohnungsverbesserungen' mit einer Liste von Steuervergünstigungen für Energieeffizienzverbesserungen wie Fenster, Türen oder eine Wohnungsenergieaudit, mit Bildern eines Hauses, einer Couch, einer Lampe, eines Schranks, einer Blume und anderer Gegenstände.

Energiearmut in Deutschland: Warum einkommensschwache Haushalte unter Heizkosten ächzen

Ein neuer Bericht unterstreicht die hohe finanzielle Belastung durch Wohnenergiekosten für einkommensschwache Haushalte in Deutschland. Wie aus dem siebten Armuts- und Reichtumsbericht des Landes hervorgeht, geben Familien mit einem Monatseinkommen von weniger als 1.300 Euro rund zehn Prozent ihrer Gesamtausgaben für Heizung und Strom aus. Wohlhabendere Haushalte – mit Einkommen über 5.000 Euro – wenden dagegen weniger als fünf Prozent ihres Budgets für dieselben Kosten auf.

Die Wohlfahrtsorganisation Caritas fordert nun strengere Vorschriften, um diese finanzielle Belastung zu verringern. Sie verlangt eine gesetzliche Verpflichtung für Vermieter, klimafreundliche Heizsysteme in Mietwohnungen einzubauen. Bisher hat kein Bundesland eigene Gesetze zu dieser Thematik erlassen, sodass die Regelungen allein im Gebäudeenergiegesetz (GEG) des Bundes verankert sind. Dieses schreibt vor, dass neue Heizanlagen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen – allerdings erst nach den kommunalen Wärmeplanungsfristen: Juni 2026 für größere Städte und Juni 2028 für kleinere Gemeinden. Mieterhöhungen, die mit solchen Modernisierungen verbunden sind, sind auf 50 Cent pro Quadratmeter und Monat begrenzt.

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa argumentiert, dass moderne Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien langfristig für stabile Preise sorgen und die Abhängigkeit von den globalen Ölmärkten verringern würden. Die Organisation plädiert zudem für eine stärkere Unterstützung einkommensschwacher Haushalte, darunter den Ausbau von Beratungsangeboten wie dem Energie-Check sowie Reformen bei den Sozialleistungen.

Die angestrebte Wärmewende soll sowohl Emissionen als auch Energiekosten senken. Ohne verbindliche Sanierungspflichten für Mietobjekte bleiben jedoch viele Mieter den schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe ausgesetzt.

Die Diskussion über Heizungsreformen findet vor dem Hintergrund weiter steigender Energiekosten statt, die einkommensschwache Familien besonders hart treffen. Caritas betont, dass klimafreundliche Systeme die langfristigen Ausgaben reduzieren und Mieter vor Preissprüngen schützen würden. Bislang gibt es jedoch keine unmittelbaren Initiativen auf Landesebene – die bundesweiten Regelungen bleiben die einzige Grundlage.

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