Erster CSD Mansfeld-Südharz trotzt rechtsextremen Protesten und setzt Zeichen für Vielfalt
Maximilian SchmidtErster CSD Mansfeld-Südharz trotzt rechtsextremen Protesten und setzt Zeichen für Vielfalt
Erster CSD Mansfeld-Südharz in Sangerhausen – trotz rechtsextremer Gegenproteste
In diesem Jahr fand in Sangerhausen der erste Christopher Street Day (CSD) Mansfeld-Südharz statt. Raven, eine nichtbinäre Person aus der Region, nahm mit Freund:innen teil, um die LSBTIQ+-Community zu unterstützen. Die Veranstaltung sah sich jedoch mit Widerstand rechtsextremer Gruppen konfrontiert, darunter der „Heimat“-Partei.
Raven, in Sangerhausen geboren, entschied sich trotz Drohungen und der Überlegung, die Region zu verlassen, an der Demonstration teilzunehmen. Begleitet wurde sie von Freund:innen wie Ilay, Mila und Chris, die gemeinsam für ihre Rechte einstanden. Auch Gerald Vetter, ein weiterer Teilnehmer, war bereits bei queeren Kundgebungen dabei – aus Solidarität mit seinem Sohn, der mit einem Mann verheiratet ist.
Eine zentrale Rolle bei der Organisation des CSD spielte Fiona Harms, eine trans Frau. Sie zog vor drei Jahren nach Sangerhausen und kündigte an, für jede Stunde, die Rechtsextreme vor Ort blieben, 10 Euro an queere Jugendliche zu spenden. Der Pride-Marsch fand vor dem Hintergrund statt, dass die AfD – eine Partei mit anti-queerer Agenda – bei den Kommunalwahlen 2024 in Sangerhausen zur stärksten politischen Kraft wurde.
Nicht nur in Sangerhausen gerieten Pride-Veranstaltungen ins Visier der Rechten: In Bautzen störten 700 Neonazis eine ähnliche Kundgebung, in Görlitz skandierten Gegner:innen hetzerische Parolen. Bereits Anfang 2025 hatten Rechtsextremisten zudem die Demonstration „Bad Freienwalde bleibt bunt“ in Brandenburg angegriffen.
Trotz massiver Gegenwehr seitens der rechten Szene setzte der CSD in Sangerhausen ein klares Zeichen: Die Organisator:innen und Teilnehmer:innen zeigten Entschlossenheit, sich für LSBTIQ+-Rechte einzusetzen – selbst in einer von Feindseligkeit geprägten Atmosphäre. Die Veranstaltung unterstrich die anhaltenden Spannungen in Regionen, in denen anti-queere Kräfte zunehmend an Einfluss gewinnen.
