Gewerkschaft NGG warnt vor sozialer Spaltung durch ungerechte Steuerpolitik
Maximilian SchmidtGewerkschaft NGG warnt vor sozialer Spaltung durch ungerechte Steuerpolitik
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Leipzig-Halle-Dessau warnt vor wachsender sozialer Spaltung in Deutschland
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Leipzig-Halle-Dessau schlägt Alarm angesichts der zunehmenden Vermögensungleichheit in Deutschland. Laut der Gewerkschaft treiben die aktuellen politischen Rahmenbedingungen die Gesellschaft auseinander: Während Beschäftigte unter hohen finanziellen Belastungen leiden, profitiert eine kleine Elite von steuerlichen Vergünstigungen und Kursgewinnen an der Börse.
Die Warnungen der NGG stützen sich auf eine Auswertung von Daten des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt und der Bundesagentur für Arbeit. In Halle (Saale) zählen zwar nur 42 Personen zu den Einkommensmillionären – doch dieser kleinen Gruppe stehen rund 102.300 Beschäftigte in Handel, Industrie und Dienstleistungssektor gegenüber. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass ein durchschnittliches Paar in Deutschland etwa 43 Prozent seines Einkommens für Steuern und Sozialabgaben aufbringen muss. Kapitalerträge hingegen werden pauschal mit nur 25 Prozent besteuert, sodass Vermögende einen deutlich größeren Teil ihrer Erträge behalten können.
"Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit"
Christian Ullmann, Geschäftsführer der NGG Leipzig-Halle-Dessau, betont, dass es nicht um Missgunst gehe, sondern um faire Verteilung. Die Mehrheit der Arbeitnehmer*innen trage die Hauptlast der Finanzierung des Gemeinwesens, während die "goldene Oberschicht" kaum etwas beisteuere. Die Gewerkschaft warnt, diese Schieflage "zerreißt den gesellschaftlichen Zusammenhalt", da immer mehr Vollzeitbeschäftigte kaum noch in der Lage seien, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Forderungen nach grundlegenden Reformen
Um die Entwicklung zu stoppen, fordert die NGG weitreichende politische Kurskorrekturen. Dazu gehören Steuerreformen, um Schlupflöcher für Vermögende zu schließen, Anpassungen bei Rente und Gesundheitsversorgung sowie die Abschaffung des Ehegattensplittings. Letzteres, so die Gewerkschaft, würde die Erwerbstätigkeit von Frauen attraktiver machen und veraltete Rollenbilder überwinden helfen.
Die NGG richtet ihre Forderungen direkt an die Politik und drängt auf eine Kehrtwende bei der Ungleichheit fördernden Gesetzgebung. Ohne Gegenmaßnahmen werde sich die Kluft zwischen Beschäftigten und Spitzenverdienern weiter vertiefen, warnt die Gewerkschaft. Ohne radikale Veränderungen drohe die finanzielle Belastung für normale Bürger*innen weiter zu steigen.






