Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche – Zoll deckt illegale Praktiken auf
Clara HofmannGroßrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche – Zoll deckt illegale Praktiken auf
Großrazzia in Deutschlands Paketdienst-Branche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf
Bei einer bundesweiten Kontrollaktion im Paketdienstsektor sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrechte aufgedeckt worden. Über 2.900 Zollbeamte führten landesweit Überprüfungen durch und stießen auf illegale Beschäftigungspraktiken sowie Schwarzarbeit. Die Ergebnisse unterstreichen langjährige Missstände in einer Branche, die in hohem Maße von Subunternehmern abhängig ist.
Im Rahmen der Aktion wurden zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsgesetze aufgedeckt. Viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt wurden, wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie tatsächlich arbeiteten. Einige verfügten nicht über gültige Arbeitserlaubnisse – darunter ein 39-jähriger Türke, der in Köln illegal beschäftigt wurde.
Auch die Arbeitsbedingungen erwiesen sich als ausbeuterisch: Fahrer leisteten häufig unbezahlte Überstunden, sodass ihr Lohn unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde sank. Andere wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu mieten, obwohl sie diese nicht besaßen.
Große Paketdienste wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen in hohem Maße auf Subunternehmer. Der Branchenverband BPEX betonte zwar, dass Unternehmen gemeldete Verstöße prüften. Doch die Zollbehörden dokumentieren seit Jahren Arbeitsrechtsverletzungen in der Branche.
Als Reaktion fordert die Gewerkschaft Verdi ein vollständiges Verbot von Subunternehmertum im Paketdienst. Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, die Razzia zeige den entschlossenen Kampf gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung. Die Kontrollen bestätigen strukturelle Probleme im deutschen Paketnetz. Die Zollbehörden kündigten weitere Maßnahmen gegen illegale Praktiken an, während Gewerkschaften strengere Regulierungen fordern. Die Ergebnisse erhöhen den Druck auf die Unternehmen, ihre Abhängigkeit von Subunternehmern zu reformieren.






