Grüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Maximilian SchmidtGrüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Co-Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Abgabe von 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen argumentiert, die Maßnahme stärke den sozialen Zusammenhalt, ohne die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.
Haeusgen, der selbst an einem mittelständischen Unternehmen mit 500 Millionen Euro Umsatz beteiligt ist, könnte von der geplanten Steuer betroffen sein. Er betont jedoch, das System bleibe gerecht, da Kapitalerträge und Einkommenssteuern mit der Vermögenssteuer verrechnet werden könnten. Diese Anrechnung, so seine Aussage, fördere die Steuercompliance und verhindere eine Aushöhlung des Vermögensstamms – schließlich wüchsen große Vermögen typischerweise um bis zu 6 Prozent pro Jahr.
Sein Vorstoß fällt mit scharfer Kritik an der Regierungspolitik angesichts steigender Spritpreise zusammen. Die jüngste Senkung der Mineralölsteuer bezeichnete er als "planlose Hilfsmaßnahme", die die grundlegenden wirtschaftlichen Herausforderungen nicht löse. Stattdessen plädiert er dafür, gezielte Vermögenssteuern zur Finanzierung ausgewogener Sozialpolitik einzusetzen.
Seit Mitte 2025 leitet Haeusgen gemeinsam mit Marie-Luise Wolff den Wirtschaftsverband der Grünen. Zuvor hatte er von 2020 bis 2024 als Präsident des konservativen Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) amtiert. Nun wirbt er um enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) und Unternehmer mit einem "grünen Gewissen" für seine Vision einer progressiven Besteuerung.
Die geplante Steuer würde nur die vermögendsten Personen treffen, mit einer Freigrenze bei 100 Millionen Euro. Haeusgens Konzept zielt darauf ab, Umverteilung zu betreiben, ohne das Wachstum zu bremsen – schließlich läge der Steuersatz unter den üblichen Renditen von Kapitalanlagen. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, könnte er Deutschlands Umgang mit wirtschaftlicher Ungleichheit und Steuerpolitik grundlegend verändern.






