Halle nutzt Abwasser als klimafreundliche Wärmequelle für Tausende Haushalte
Clara HofmannHalle nutzt Abwasser als klimafreundliche Wärmequelle für Tausende Haushalte
Großprojekt in Halle (Saale): Abwasser wird zur Wärmequelle für tausende Haushalte
Ein ambitioniertes neues Vorhaben im Norden von Halle soll die Wärmeversorgung der Stadt revolutionieren. Das Projekt nutzt gereinigtes Abwasser aus dem Klärwerk Lettin, um Fernwärme zu erzeugen. Bei Erfolg könnte es den CO₂-Ausstoß um zehn Prozent senken – und gleichzeitig den Lebensraum im Fluss Saale für heimische Tierarten schonen.
Kernstück der Anlage ist eine großdimensionierte Wärmepumpe, die dort installiert wird, wo das geklärte Wasser zurück in die Saale fließt. Aktuell verlässt das Wasser die Anlage mit rund 20 Grad Celsius – warm genug, um als stetige Energiequelle zu dienen. Durch die Wärmeentnahme kühlt das System das Wasser vor der Einleitung in den Fluss ab und verringert so die thermische Belastung für das Ökosystem.
Die Anlage soll bis zu 18 Megawatt thermische Leistung erbringen und jährlich etwa 160.000 Megawattstunden Wärme liefern – ein beträchtlicher Anteil des Fernwärmebedarfs Halles. Der lokale Versorger Stadtwerke Halle sichert sich für den Bau Bundesfördergelder aus dem Programm "Bundesförderung für effiziente Wärmenetze" (BEW).
Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen; die Fertigstellung ist innerhalb von fünf Jahren geplant, der Vollbetrieb ab 2029 vorgesehen. Die EVH GmbH wartet nun auf die endgültige Freigabe des Stadtrats, um den Auftrag zu vergeben. Lieferanten haben eine verbindliche Frist bis Ende dieses Monats gesetzt, um das Projekt voranzubringen.
Das Vorhaben passt in die Klimastrategie Halles, die eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung anstrebt. Statt die Abwärme ungenutzt zu lassen, wird sie künftig Tausende Haushalte in der Stadt beheizen.
Sobald die Anlage läuft, könnte das Klärwerk Lettin einen doppelten Nutzen bringen: saubere Wärme für die Bewohner und ein kühleres, gesünderes Flussökosystem in der Saale. Die 18-Megawatt-Anlage soll 2029 in Betrieb gehen – ein wichtiger Schritt in Halles Wandel hin zu nachhaltiger Energie. Bundeszuschüsse und die Unterstützung der Stadt ebnen den Weg von der Planung zur Umsetzung.






