Halle (Saale) schweigt zu Schließung des Südstadt-Centers – Fragen bleiben offen
Clara HofmannHalle (Saale) schweigt zu Schließung des Südstadt-Centers – Fragen bleiben offen
Die Stadt Halle (Saale) steht wegen ihres Umgangs mit der Schließung des Südstadt-Centers in der Kritik. Die Behörden antworteten auf Medienanfragen erst mit mehr als 22 Stunden Verspätung – und zwar erst, nachdem der ursprüngliche Artikel bereits veröffentlicht worden war. Zentrale Fragen, etwa zu den rechtlichen Begründungen und technischen Mängeln, blieben weiterhin unbeantwortet.
Die Stadtverwaltung verpasste die ursprüngliche Frist für ihre Stellungnahme. Als sie schließlich reagierte, wich sie rechtlich heiklen Fragen aus und verwies auf laufende Widerspruchsverfahren. Zudem erklärte sie nicht, warum das Wohngebiet in das Nutzungsverbot einbezogen wurde oder welche konkreten Probleme zur Schließung führten.
Die Stadt erwartet vom Eigentümer Prüfberichte gemäß § 2 der Technischen Anlagenverordnung (TAnlVO), bevor das Verbot aufgehoben wird. Unterdessen wird der Stadtrat am 25. März 2026 über die Zukunft des Südstadt-Centers beraten; ein weiteres Treffen ist für das zweite Quartal desselben Jahres geplant.
Die SPD-Fraktion behauptete, es gebe potenzielle Käufer, doch die Stadtverwaltung dementierte konkrete Verhandlungen. Bisher wurden keine Unternehmen oder Personen namentlich als Interessenten genannt.
Die Schließung hat die Steuerzahler bereits Geld gekostet: Die Verlegung der Südstadt-Zweigstelle der Stadtbibliothek und des mobilen Services schlug mit 9.520 Euro bzw. 2.808 Euro zu Buche. Einen vorgeschlagenen Brandwacheinsatz als vorübergehende Lösung lehnte die Stadt ohne technische Begründung ab.
Das Südstadt-Center bleibt vorerst geschlossen, während die Stadt auf die Vorlage der geforderten Unterlagen wartet. Die finanziellen Belastungen durch die Umzüge und die ungeklärten Rechtsfragen verstärken die Unsicherheit. Weitere Beratungen im Jahr 2026 könnten über das weitere Vorgehen mit dem Objekt entscheiden.






