Halle (Saale) will IT-Souveränität durch Open-Source und europäische Lösungen stärken
Ella WagnerHalle (Saale) will IT-Souveränität durch Open-Source und europäische Lösungen stärken
Die FDP/FREIE WÄHLER-Fraktion in Halle (Saale) drängt auf einen grundlegenden Wandel in der Verwaltung der digitalen Systeme der Stadt. Steigende Softwarekosten und die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen haben Forderungen nach größerer IT-Souveränität laut werden lassen. Die Gruppe fordert, dass Halle Lizenzgebühren reduziert und stattdessen stärker auf europäische und Open-Source-Lösungen setzt.
Die Ausgaben der Kommune für Softwarewartung und digitale Infrastruktur sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Fraktion warnt, dass die wachsenden Kosten in Kombination mit der Abhängigkeit von nicht-europäischen Tech-Riesen finanzielle und sicherheitspolitische Risiken bergen. Geopolitische Spannungen könnten zudem die digitale Stabilität der Stadt weiter gefährden.
Der Vorschlag zielt auf zentrale Bereiche wie Arbeitsplatzrechner, Bürosoftware, E-Mail-Systeme, Cloud-Dienste, KI-Werkzeuge und die digitale Grundinfrastruktur ab. Die Fraktion betont, dass jeder eingesparte Euro bei Lizenzen und Wartung für dringendere Aufgaben genutzt werden könnte. Stadtrat Tim Kehrwieder unterstrich, Halle müsse seine digitale Autonomie sichern, um Kosten zu kontrollieren, Daten zu schützen und langfristige Flexibilität zu gewährleisten.
Um das Vorhaben umzusetzen, wird die Stadt mit der IT-Consult Halle GmbH zusammenarbeiten, um zu prüfen, wo bestehende Systeme durch offene und europäische Alternativen ersetzt werden können. Die Fraktion sieht Open-Source-Software als praktischen Weg, um Freiheit, Sicherheit und Kosteneffizienz zu verbessern – nicht als starre Vorgabe, sondern als strategische Entscheidung.
Das Ziel des Plans ist es, Halle weniger abhängig von teurer, fremdbestimmter Software zu machen. Durch den Umstieg auf offene und europäische Lösungen erhofft sich die Stadt Kostensenkungen bei gleichzeitiger Stärkung der Datensicherheit. Die nächsten Schritte umfassen eine detaillierte Prüfung, welche Systeme als Erstes umgestellt werden können.






