Halles Abwasser wird zur klimaneutralen Wärmequelle für die ganze Stadt
Maximilian SchmidtHalles Abwasser wird zur klimaneutralen Wärmequelle für die ganze Stadt
In Halle entsteht Deutschlands erste großtechnische Abwasser-Wärmepumpe. Das Projekt nutzt thermische Energie aus gereinigtem Abwasser, um die Stadt klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Erst vor drei Wochen bewilligte der Bund Fördermittel in Höhe von 50 Millionen Euro für die Initiative.
Die neue Anlage wird eine Heizleistung von 18,5 Megawatt erbringen. Gleichzeitig senkt sie die Temperatur des in die Saale eingeleiteten Wassers um etwa 8 Kelvin. Als Kältemittel kommt Isobutan zum Einsatz – ein natürlicher, ungiftiger Stoff, der schädliche synthetische Alternativen ersetzt.
Die Wärmepumpe wird in das bestehende Heizkraftwerk am Standort Dieselstraße integriert, das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeitet. Sämtliche Hauptkomponenten werden in Deutschland gefertigt, was die Rolle des hiesigen Mittelstands stärkt. Die Bauarbeiten sollen zweieinhalb Jahre dauern; die Lieferung spezieller Bauteile ist innerhalb von 24 Monaten geplant.
Im Betrieb könnte die Anlage den CO₂-Ausstoß um bis zu 16.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Zudem könnte sie bis zu 20 Prozent zum Dekarbonisierungsziel der halleschen Fernwärme beitragen.
Das Vorhaben markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Halle. Mit gesicherten Bundesmitteln und laufender inländischer Produktion soll das System bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Einbindung in die bestehende Infrastruktur wird nicht nur Emissionen senken, sondern auch die regionale Wirtschaft stärken.






