15 April 2026, 10:06

Hitze im Bundestag: Streit über Ursachen und Lösungen für Schulgewalt in Deutschland

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunt bemalten "Students for Future"-Schild vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Hitze im Bundestag: Streit über Ursachen und Lösungen für Schulgewalt in Deutschland

Im Bundestag ist eine hitzige Debatte über die zunehmende Gewalt und Mobbing an deutschen Schulen entbrannt. Auslöser war ein Antrag der rechtspopulistischen AfD, die mit zwei Vorlagen eine strengere Erfassung von Vorfällen sowie Maßnahmen gegen religiös motivierte Angriffe forderte. Abgeordnete verschiedener Parteien stritten sich dabei über die Ursachen – und mögliche Lösungen – des wachsenden Problems.

Die AfD verwies in ihren Anträgen auf alarmierende Fälle, darunter Messerangriffe, Bedrohungen und religiösen Zwang an Schulen. Die stellvertretende Vorsitzende Beatrix von Storch machte Migration als zentralen Faktor für den Anstieg der Gewalt aus. Die Problematik sei viel zu lange ignoriert worden, kritisierte sie.

Gegenwind kam umgehend von den Oppositionsparteien. Saskia Esken, SPD-Vorsitzende im Bildungsausschuss, bestätigte zwar, dass gewalttätige Vorfälle in allen Bundesländern deutlich zugenommen hätten. Einen direkten Zusammenhang mit Migration wies sie jedoch zurück und verwies stattdessen auf mangelnde Konfliktlösungskompetenz bei Jugendlichen. Fast jeder fünfte Schüler sei mittlerweile von Cybermobbing betroffen, fügte sie hinzu.

Vertreter von Union, Grünen und Linken stimmten darin überein, dass Schulgewalt ein ernstzunehmendes Problem darstelle. Gleichzeitig warfen sie der AfD vor, eine komplexe Thematik zu vereinfachen. Besonders Esken geriet in die Kritik der Rechtspopulisten, die ihr vorwarfen, die Schwere der Lage herunterzuspielen.

Polizeiliche Statistiken bestätigen den Trend steigender Gewalt: In jeder Region nehmen die erfassten Vorfälle zu. Die AfD fordert in ihren Vorschlägen eine systematische Dokumentation von Angriffen sowie gezielte Maßnahmen gegen Mobbing mit religiösem Hintergrund.

Die Bundestagsdebatte offenbarten tiefe Gräben bei der Frage, wie Schulgewalt zu bekämpfen ist. Zwar erkennen alle Seiten die Zunahme der Vorfälle an, doch über die Ursachen herrscht heftiger Dissens. Während die AfD auf eine verschärfte Erfassung drängt, setzen andere Parteien auf gesellschaftliche Gesamtlösungen und bessere Konfliktbewältigung für Schüler.

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