Müller löst mit "schwarz-blauer" Koalitions-Idee in Baden-Württemberg Empörung aus
Ella WagnerMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Müller löst mit "schwarz-blauer" Koalitions-Idee in Baden-Württemberg Empörung aus
Molkeerei-Mogul Theo Müller hat mit dem Vorschlag einer Koalition zwischen CDU und der rechtspopulistischen AfD in Baden-Württemberg eine Debatte ausgelöst. Seine Äußerungen folgen einer knappen Wahl, bei der die Grünen und die CDU jeweils 56 Sitze errangen, während die AfD ihre Unterstützung fast verdoppelte und auf 18,8 Prozent kam.
Die Wahlergebnisse spiegeln eine zersplitterte politische Landschaft wider: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen, knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent, während die AfD auf 18,8 Prozent zulegte – gut für 35 Mandate. Die SPD hingegen stürzte auf ihr historisches Tief von 5,5 Prozent ab und verfehlte damit deutlich frühere Ergebnisse im Land. FDP und Die Linke scheiterten hingegen am Einzug in den Landtag.
Müller, eine prägende Figur der CSU – der bayerischen Schwesterpartei der CDU –, argumentierte, die CDU solle sich nicht mit einer Juniorrolle unter dem Grünen-Politiker Cem Özdemir abfinden. Stattdessen schlug er eine "schwarz-blaue" Koalition mit der AfD als gangbare Alternative vor. Zudem lobte er den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier und bezeichnete dessen Positionen als "sinnvoll".
Die Zuwächse der CDU stammen größtenteils von den Grünen: Im Vergleich zu 2021 gewann die Partei 44 Direktmandate hinzu. Die AfD hingegen mobilisierte vor allem frühere Nichtwähler (195.000) sowie enttäuschte CDU-Anhänger (80.000).
Müllers Aussagen unterstreichen die Unsicherheit über die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg. Ohne klare Mehrheit wird es nun auf Koalitionsverhandlungen ankommen – ob die CDU mit den Grünen regiert oder andere Optionen prüft. Der starke Zugewinn der AfD verkompliziert die Gespräche zusätzlich.