NRW führt Fair-Wohnen-Gesetz gegen Slumwohnungen und Mietwucher ein
Hannah HofmannWie NRW den Missbrauch von Wohnungen stoppt - NRW führt Fair-Wohnen-Gesetz gegen Slumwohnungen und Mietwucher ein
Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Slumwohnungen und ausbeuterischen Mietpraktiken verabschiedet. Das sogenannte Fair-Wohnen-Gesetz führt strengere Regeln für Vermieter, höhere Bußgelder und erweiterte Befugnisse für Behörden ein, um gegen Problemimmobilien vorzugehen. Laut Behörden zielen die Maßnahmen darauf ab, kriminelle Geschäftsmodelle zu stoppen und die Wohnbedingungen für Mieter im gesamten Bundesland zu verbessern.
Das neue Gesetz richtet sich gegen schlechte Wohnverhältnisse, insbesondere in Städten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund. Untersuchungen der vergangenen Jahre hatten überbelegte, unsichere Arbeiterunterkünfte aufgedeckt, die zu Geldstrafen, Schließungsanordnungen und Klagen gegen Eigentümer führten. Die Akten zu diesen Fällen sind jedoch weiterhin über lokale und Landesbehörden verstreut.
Mit dem Fair-Wohnen-Gesetz können Kommunen nun von Vermietern verlangen, ihre Immobilien zu registrieren und Qualitätskontrollen zu bestehen. Nur wer die Standards erfüllt, erhält eine sichtbare "Fair-Wohnen-Zertifizierung", bevor die Unterkunft als Wohnraum genutzt werden darf. Zudem wird die Grenze für genehmigungsfreie Kurzzeitvermietungen von 90 auf 56 Tage pro Jahr gesenkt.
Die Behörden erhalten schärfere Instrumente gegen Missbrauch, darunter die Möglichkeit einer Treuhandverwaltung und in Extremfällen sogar Enteignungen. Letztere kämen nur infrage, wenn Kaufverhandlungen scheitern und das Grundstück für Wohnzwecke dringend benötigt wird. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro.
Der Gesetzentwurf sieht außerdem eine bessere Datenweitergabe zwischen Behörden vor, um Sozialbetrug im Zusammenhang mit Wohnraum aufzudecken. Erstmals wird ausbeuterische Wohnraumvermietung explizit verboten. Gleichzeitig prüft das Land eine Bundesinitiative für ein "soziales Zurückbehaltungsrecht", das verhindern soll, dass öffentliche Gelder kriminelle Mietmodelle unterstützen.
Das Fair-Wohnen-Gesetz gibt Städten mehr Kontrolle über Mietstandards und verschärfte Strafen bei Verstößen. Vermieter müssen sich künftig an Meldepflichten, Inspektionen und kürzere Fristen für Kurzzeitvermietungen halten. Die Behörden betonen, dass das Gesetz Slumbedingungen beenden und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung sichern soll.






