20 March 2026, 00:05

NS-Chemiewaffenstandort in Halle-Ammendorf: Sanierung scheitert an fehlenden Fördergeldern

Alter verlassener Bau in der Sperrzone von Tschernobyl mit moosbewachsenen Wänden, Fenstern, Säulen, Rohren und einer sichtbaren Decke.

NS-Chemiewaffenstandort in Halle-Ammendorf: Sanierung scheitert an fehlenden Fördergeldern

Pläne für die Entwicklung des ehemaligen NS-Chemiewaffenstandorts ORGACID in Halle-Ammendorf erleiden erneuten Rückschlag. Die Linke hat kürzlich einen Antrag über 300.000 Euro für Schadstoffuntersuchungen zurückgezogen, wodurch die Zukunft des Geländes weiter ungewiss bleibt. Ohne weitere Erkundungen drohen sich die Sanierungs- und Umnutzungspläne weiter zu verzögern.

Die Linke hatte vorgeschlagen, Mittel aus dem Bundes-Sondervermögen für die Prüfung auf giftige Altlasten einzusetzen, um das Areal für eine spätere gewerbliche Nutzung vorzubereiten. Nach Gesprächen mit der Investitionsbank bestätigte jedoch Fraktionschefin Katja Müller, dass das Vorhaben die Förderkriterien nicht erfülle.

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Das Sondervermögen sieht vor, dass geförderte Projekte direkt zu Folgeinvestitionen führen müssen. Da die bloßen Untersuchungen keine unmittelbare Nachnutzung garantieren, wurde der Antrag als nicht förderfähig eingestuft. Die Linke zog ihren Antrag daher im März 2026 zurück – und stoppte damit vorerst alle weiteren Schadstoffermittlungen.

Aktuell beherbergt das Gelände den illegal betriebenen Club Stellwerk, der sich in dem alten Verwaltungsgebäude eingerichtet hat. Die Stadtbehörden hatten den Veranstaltungsort im März 2026 wegen fehlender Genehmigungen geschlossen und versiegelt. Dem Betreiber wurde eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um die notwendigen Unterlagen nachzureichen – andernfalls droht die endgültige Schließung.

Ohne Finanzierung für die Altlastenuntersuchungen bleibt die Zukunft des Standorts vorerst offen. Die Umnutzungspläne liegen auf Eis, bis alternative Fördermittel oder Lösungen gefunden werden. Mit dem Rückzug des Antrags entfallen zudem weitere Erkundungen an diesem historisch belasteten Ort.

Quelle