Polizei-NRW-Labor: 4,66 Millionen Euro für Kaffee, Roboterhunde und Luxuslimousinen
Ella WagnerPolizei-NRW-Labor: 4,66 Millionen Euro für Kaffee, Roboterhunde und Luxuslimousinen
Innovationslabor der Polizei Nordrhein-Westfalens: Luxus auf Steuerzahlerkosten
Das Innovationslabor der Polizei Nordrhein-Westfalen sorgt mit üppigen Ausgaben und ungewöhnlichen Besonderheiten für Aufsehen. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, verschlang die Einrichtung in Duisburg am Ende 4,66 Millionen Euro. Nun stellen sich Fragen zur finanziellen Kontrolle – besonders, seit Beamte einräumten, dass nie eine Kosten-Nutzen-Analyse während der Planung durchgeführt wurde.
Der Hauptsitz des Labors glänzt mit High-End-Ausstattung, darunter eine Kaffeemaschine mit 100 individuellen Einstellungen. Besucher erhalten Barista-Qualität, oft persönlich serviert von Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner. Ein weiteres Highlight ist ein Heimkino, in dem das Technikteam Folgen der Serie CSI studiert, um forensische Methoden zu verfeinern.
Zum Team gehört auch ein Roboterhund namens Spot, der bei Einsätzen vor Ort zum Einsatz kommt und darauf programmiert ist, belastendes Material zu vernichten. Neben der Technik verfügt die Behörde sogar über eine Stretchlimousine für Fahrten – ein Taxi für eine kürzliche Dienstreise des Rechnungshofs wurde jedoch angeblich abgelehnt. Stattdessen führte die Route über Umwege durch München, Hamburg und Münster.
Brandner verteidigt das Konzept des Labors und kündigt an, die Methoden flächendeckend in NRW einzuführen – sofern sich die Ergebnisse als erfolgreich erweisen. Doch der Mangel an finanzieller Prüfung wirft Fragen auf, zumal die Endkosten das ursprüngliche Budget bei Weitem überstiegen.
Das Innovationslabor steht nun wegen seiner Ausgabenpolitik und Entscheidungsprozesse in der Kritik. Ohne vorangehende Kosten-Nutzen-Bewertung ist die 4,66-Millionen-Euro-Einrichtung zum Symbol für die Debatte über die Ressourcenverteilung bei der Polizei geworden. Während das Labor seine experimentellen Projekte fortsetzt, dürften die Verantwortlichen die Abläufe künftig genauer unter die Lupe nehmen.






