Rechtsextreme Medien prägen Deutschlands gesellschaftliche Spaltung – neue MOTRA-Studie warnt
Hannah HofmannRechtsextreme Medien prägen Deutschlands gesellschaftliche Spaltung – neue MOTRA-Studie warnt
Eine neue Studie hat besorgniserregende Entwicklungen bei rechtsextremen Einstellungen in Deutschland aufgezeigt. Die Untersuchung, veröffentlicht im jüngsten MOTRA-Monitor-Bericht, zeigt, dass im Jahr 2025 5,4 Prozent der Bevölkerung ein vollständig ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild vertraten. Bei Leser:innen rechtsextremer Medien liegt dieser Wert mit 4,8 Prozent leicht niedriger – doch Expert:innen warnen, dass der Einfluss dieser Kanäle weiterhin gefährlich bleibt.
Das MOTRA-Projekt, geleitet vom Bundeskriminalamt (BKA), beobachtet seit 2019 die Radikalisierungstendenzen in Deutschland. Der neueste Bericht, der bisher detaillierteste seiner Art, untersucht, wie sogenannte "alternative Nachrichtenmedien" die öffentliche Meinung prägen. Die Forscher:innen analysierten Antworten auf zehn Aussagen, die sechs rechtsextremen Phänomenen zugeordnet wurden, um extremistische Haltungen zu messen.
Die Studie deckt ein alarmierendes Muster auf: Rechtsextreme Medien isolieren ihre Leser:innen von der gesellschaftlichen Debatte. Durch die Verbreitung von Falschinformationen und Angriffe auf demokratische Werte schaffen diese Kanäle eine Echokammer. Der Bericht nennt Compact, Junge Freiheit, Tichys Einblick und andere als zentrale Quellen solcher spaltenden Inhalte.
Trotz des geringen Anteils an überzeugten Extremist:innen warnt die Studie davor, deren Wirkung zu unterschätzen. Die laute, antidemokratische Rhetorik dieser Minderheit stellt nach wie vor eine ernste Bedrohung dar. Gleichzeitig betont der Bericht, dass die Mehrheit der Menschen, die sich in hitzigen, aber legitimen politischen Diskussionen engagieren, kaum Gehör gegen diesen Lärm finden.
Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Herausforderung durch rechtsextreme Radikalisierung in Deutschland. Zwar vertritt nur ein kleiner Teil der Bevölkerung extreme Positionen, doch der Bericht macht deutlich, dass rechtsextreme Medien eine zentrale Rolle bei der Verbreitung spaltender Ideen spielen. Behörden und Forscher:innen beobachten diese Entwicklungen im Rahmen der übergreifenden MOTRA-Initiative weiterhin genau.






