Sachsen-Anhalt: Schutzsuchende prägen den Arbeitsmarkt wie nie zuvor
Clara HofmannSachsen-Anhalt: Schutzsuchende prägen den Arbeitsmarkt wie nie zuvor
Sachsen-Anhalt verzeichnet starken Anstieg von Schutzsuchenden im Arbeitsmarkt
Bis Ende 2024 gingen in Sachsen-Anhalt 13.330 Schutzsuchende einer regulären Beschäftigung nach – ein Anstieg um 176 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Ihre wachsende Präsenz verändert den lokalen Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Perspektive der Region nachhaltig.
Ende 2024 lebten 79.270 schutzbedürftige Menschen in Sachsen-Anhalt, was 3,7 Prozent der Gesamtbevölkerung und fast der Hälfte der im Ausland geborenen Einwohner entspricht. Viele von ihnen arbeiten inzwischen in Branchen wie Transport, Logistik, Gastronomie und Hotellerie.
Der Anteil der erwerbstätigen Schutzsuchenden an der Gesamtzahl der Beschäftigten wird voraussichtlich bis 2025 auf 1,7 Prozent steigen – nach 0,6 Prozent im Jahr 2020. Zudem stellen sie 6,1 Prozent der Bewerber für Ausbildungsplätze. Die meisten sind jung, verfügen über keine formalen Abschlüsse und übernehmen oft Einstiegs- oder Hilfstätigkeiten.
Bei den Beschäftigungsquoten zeigen sich weiterhin geschlechtsspezifische Unterschiede: Nur 27 Prozent der erwerbstätigen Schutzsuchenden sind Frauen, während 68 Prozent der Männer nach sechs Jahren in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Eine erfolgreiche Integration hängt dabei von der Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ab.
Die Zahl der Schutzsuchenden in regulärer Beschäftigung ist deutlich gestiegen. Ihr Beitrag zu Schlüsselsektoren und Ausbildungsprogrammen unterstreicht ihre Bedeutung für die Wirtschaft Sachsen-Anhalts. Eine gelungene Integration wird maßgeblich die zukünftige Arbeitskräfteentwicklung und die wirtschaftliche Stabilität der Region prägen.






