Sachsen-Anhalts Wirtschaft 2025: Wachstum und Rückschläge im Gleichschritt
Ella WagnerSachsen-Anhalts Wirtschaft 2025: Wachstum und Rückschläge im Gleichschritt
Sachsen-Anhalts Wirtschaft zeigte 2025 ein gemischtes Bild: Während einige Bereiche moderat wuchsen, verzeichneten andere deutliche Rückgänge. Zwar stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nominal, doch sank die reale Wirtschaftsleistung – und Schlüsselsektoren hatten mit erheblichen Einbußen zu kämpfen. Vorläufige Zahlen unterstreichen zudem anhaltende Probleme in der Industrie und auf dem Arbeitsmarkt.
Das BIP des Landes erreichte 2025 ein Volumen von 81,8 Milliarden Euro – ein nominaler Anstieg um 2,8 Prozent gegenüber 2024. Inflationsbereinigt schrumpfte die Wirtschaftsleistung jedoch um 0,2 Prozent. Damit blieb Sachsen-Anhalt sowohl hinter dem Bundesdurchschnitt als auch hinter dem Schnitt der ostdeutschen Flächenländer (ohne Berlin) zurück.
Besonders hart traf es die Industrie: Hier brach die Produktion real um 2,7 Prozent ein – ein deutlich stärkerer Rückgang als im Bundesschnitt (minus 0,8 Prozent). Innerhalb des Sektors verzeichneten die Sparten Automobilzulieferer, Chemie, Metallwaren sowie Gummi- und Kunststofferzeugnisse spürbare Umsatzverluste. Die gesamte verarbeitende Industrie schrumpfte um 1,8 Prozent (Bund: minus 1,0 Prozent).
Ein Lichtblick war die Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei, die real um 0,8 Prozent zulegte und damit das bundesweite Plus von 0,5 Prozent übertraff. Auch die Arbeitsproduktivität stieg leicht um 0,4 Prozent (Bund: 0,3 Prozent). Das BIP pro Erwerbstätigem kletterte auf 83.100 Euro – ein Anstieg um 3,4 Prozent in aktuellen Preisen.
Auf dem Arbeitsmarkt gab es kaum Bewegung: Die Arbeitslosenquote lag im März 2026 bei 8,3 Prozent (Februar: 8,5 Prozent; März 2025: 8,1 Prozent). Die Zahl der Erwerbslosen sank zwar im Vergleich zum Vormonat um 2.300 auf 91.461, stieg aber im Jahresvergleich um 1.377.
Die Behörden wiesen darauf hin, dass es sich bei den Zahlen für 2025 um vorläufige Ergebnisse handelt. Da länderspezifische Daten noch lückenhaft sind, bleiben einige Bewertungen mit Unsicherheiten behaftet.
Fazit: Sachsen-Anhalts Wirtschaft präsentierte sich 2025 zweigespalten – mit Fortschritten bei Produktivität und Agrarwirtschaft, die jedoch durch tiefgreifende Industrieeinbrüche überlagert wurden. Der reale BIP-Rückgang und die überdurchschnittlichen Verluste im verarbeitenden Gewerbe verdeutlichen anhaltende strukturelle Herausforderungen. Da die Daten noch vorläufig sind, könnten einige Kennziffern bei aktualisierten Erhebungen noch angepasst werden.






