Schwerer Drogenprozess in Halle: Angeklagter soll mit Waffen und Kilogramm-Mengen gehandelt haben
Clara HofmannSchwerer Drogenprozess in Halle: Angeklagter soll mit Waffen und Kilogramm-Mengen gehandelt haben
Vor dem Landgericht Halle hat heute der Prozess gegen einen 23-jährigen Mann wegen schwerer Drogendelikte begonnen. Die Anklagepunkte umfassen bewaffneten Drogenhandel sowie den Vertrieb großer Mengen Betäubungsmittel. Die Ermittlungsbehörden stufen den Fall aufgrund des Ausmaßes der kriminellen Machenschaften als einen der bedeutendsten der letzten Monate ein.
In einem separaten Verfahren wird gegen einen 68-jährigen Angeklagten in Mannheim wegen des Verdachts auf 4,8-Millionen-Euro-Betrug ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2018 und 2019 gefälschte Kreditverträge und nicht tragfähige Bauprojekte in Konstanz zur Grundlage seiner Machenschaften gemacht zu haben.
Im Mittelpunkt des Halle-Prozesses steht eine Serie von Drogengeschäften, die der Angeklagte zwischen August und November 2024 abgewickelt haben soll. Laut Polizei verkaufte er Cannabis, Kokain und Amphetamine an mehrere Käufer. Bei einer Transaktion soll er einem einzelnen Abnehmer mindestens ein Kilogramm Cannabis geliefert haben. Insgesamt soll er durch diese Geschäfte etwa 4.700 Euro eingenommen haben.
Bei Durchsuchungen entdeckten die Beamten in der Wohnung des Beschuldigten 630 Gramm Kokain, 1,83 Kilogramm Amphetamine und 77 Gramm Haschisch. In einem zum Wohnraum gehörenden Keller lagerten rund zwei Kilogramm Haschisch sowie 2,3 Kilogramm flüssige Amphetamin-Basis. Zudem fanden die Ermittler Waffen, was zur Anklage wegen bewaffneten Drogenhandels führte.
Dem Angeklagten wird darüber hinaus vorgeworfen, in seiner ersten Haftverhandlung falsch ausgeschworen zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Mindesthaftstrafe von fünf Jahren.
In dem separaten Wirtschaftsstrafverfahren werfen die Mannheimer Staatsanwälte dem 68-jährigen Beschuldigten vor, Anleger um 4,8 Millionen Euro und 70.000 Schweizer Franken betrogen zu haben. Das mutmaßliche Betrugssystem basierte auf gefälschten Kreditverträgen und Rechnungen im Zusammenhang mit gescheiterten Bauvorhaben. Über zwei Millionen Euro sollen dabei aus Firmenkonten für private Zwecke abgehoben worden sein.
Der Drogenprozess in Halle zieht weiterhin Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere wegen der großen Mengen an Rauschgift und der Beteiligung von Schusswaffen. Eine Verurteilung würde eine zwingende fünfjährige Haftstrafe nach sich ziehen. Die Ermittlungen im Mannheimer Betrugsfall dauern unterdessen an, während die Behörden Finanzunterlagen im Zusammenhang mit den Bauprojekten prüfen.






