"Seitenwechsel"-Buchmesse in Halle kehrt zurück – zwischen Literatur und Rechtsextremismus-Vorwürfen
Ella Wagner"Seitenwechsel"-Buchmesse in Halle kehrt zurück – zwischen Literatur und Rechtsextremismus-Vorwürfen
Die Seitenwechsel-Buchmesse, eine umstrittene Veranstaltung, die wegen ihrer Verbindungen zur extremen Rechten in der Kritik steht, kehrt am 7. und 8. November 2026 nach Halle (Saale) zurück. Die Veranstalter bewerben sie als Plattform für literarische Vielfalt, die kleineren Verlagen und Stimmen Raum bietet, die auf dem Mainstream-Markt oft ignoriert werden. Linksgruppen haben jedoch bereits Proteste angekündigt und die Messe als Treffen für extremistische Ideologien gebrandmarkt.
Die Seitenwechsel-Veranstaltung des vergangenen Jahres zog scharfe Kritik auf sich, nachdem Berichte etwa zwölf rechtsextreme Gruppen unter den Ausstellern und Rednern identifiziert hatten. Darunter befanden sich AfD-nahe Organisationen, die Identitäre Bewegung, Reichsbürger-Kreise sowie Netzwerke mit konservativen und rechtsextremen Ideologien. Trotz der Gegenwehr bezeichneten die Veranstalter die Messe 2025 als "überwältigenden Erfolg" und versprachen, dass die diesjährige Ausgabe erneut "kritische Stimmen, libertäre Ideen und oppositionell-konservative Perspektiven" präsentieren werde.
Die Antifa-Gruppe Zeitenwechsel hat zu Demonstrationen am 7. November aufgerufen und wirft der Messe vor, als "faschistische Buchmesse" zu dienen. Die Gruppe behauptet, die Veranstaltung vereine Akteure aus dem gesamten rechtsextremen Spektrum – von AfD-Funktionären über Neonazis bis hin zu Verschwörungstheoretikern und Holocaustleugnern. Die Protestierenden argumentieren, die Messe spiegle eine generelle Rechtsverschiebung in Politik und Kultur wider, und rufen zum Widerstand auf.
Die Veranstalter weisen die Vorwürfe, Extremismus zu fördern, zurück. Stattdessen betonen sie, die Messe unterstütze unabhängige Verlage und fördere den Austausch unter marginalisierten Standpunkten. Sie beharren darauf, dass Seitenwechsel keine Plattform für rechtsextreme Ideologien sei, sondern ein Raum für vielfältige, oft übersehene Perspektiven.
Die Seitenwechsel-Messe 2026 findet somit unter erneuter Kontroverse und angekündigten Protesten statt. Während die Veranstalter literarische Vielfalt in den Vordergrund stellen, warnen Kritiker vor Verbindungen in die extremistische Szene – die Messe bleibt damit ein Zankapfel in den kulturellen und politischen Debatten Deutschlands. Mit dem Beginn der Veranstaltung am 7. November sind Demonstrationen zu rechnen.






