Seltene Gedichte von Wolfram Weimer sorgen für neue Debatte um Kulturminister
Hannah HofmannSeltene Gedichte von Wolfram Weimer sorgen für neue Debatte um Kulturminister
Die Aktivistin Martha Root hat der Deutschen Nationalbibliothek eine seltene Ausgabe von Wolfram Weimers frühem Gedichtband geschenkt. Das Buch mit dem Titel „Kopfpilz“ wurde 1986 von Weimer im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag veröffentlicht. Root argumentiert, dass der Inhalt Fragen zu seiner Eignung als Kulturminister aufwirft.
Der 42-seitige Band enthält Gedichte wie „Vorfreude“ und „Unglück“, die Root als plump und geschmacklos bezeichnet. Die physische Ausgabe übergab sie im Mai 2023 an die Bibliothek, die sie jedoch erst kürzlich in ihren Bestand aufgenommen hat. Zudem digitalisierte Root die Sammlung und stellte sie auf Archive.org für den kostenlosen öffentlichen Zugriff bereit.
Weimers Ministerium hatte in der Vergangenheit die Bedeutung physischer Mediensammlungen heruntergespielt. Root, bekannt für ihr engagiertes Wirken, kündigte außerdem an, ein weiteres Exemplar von „Kopfpilz“ versteigern zu wollen – der Erlös soll der Initiative „Lesen Hilft“ zugutekommen. Schon früher sorgte sie für Schlagzeilen, etwa durch das Infiltrieren rechtsextremer Plattformen und ihre Kritik an Weimers Politik.
Die Schenkung und Digitalisierung von „Kopfpilz“ lenken die Aufmerksamkeit erneut auf Weimers frühes Werk. Roots Handeln unterstreicht die anhaltende Debatte über die Vergangenheit des Ministers und seine Haltung zur Bewahrung des kulturellen Erbes. Die Versteigerung wird zudem die Leseförderung durch die ausgewählte Organisation weiter finanzieren.






