Softwarekonzern kämpft mit schwachem Mittelstand trotz Rekorddeal im Enterprise-Bereich
Hannah HofmannSoftwarekonzern kämpft mit schwachem Mittelstand trotz Rekorddeal im Enterprise-Bereich
Ein führender Softwarekonzern hat für das Jahr 2025 gemischte Finanzzahlen vorgelegt: Während das Unternehmensgeschäft mit Großkunden kräftig wuchs, kämpft das Unternehmen weiterhin mit Schwächen im Mittelstandssegment. Zwar legte der Kernbereich im Enterprise-Bereich um 19 Prozent zu, doch der Aktienkurs stürzte im vergangenen Jahr um fast 65 Prozent ab und erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief.
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens stieg jedoch nach der Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E im Jahr 2024 um 10,64 Prozent und erreichte bis Ende des letzten Jahres 148,49 Milliarden Euro.
Der Enterprise-Bereich verzeichnete eine solide Performance: Die wiederkehrenden Jahreserträge (Annual Recurring Revenue, ARR) kletterten um 11 Prozent auf 241 Millionen Euro. Dieses Wachstum wurde vor allem durch einen Rekorddeal in den USA angetrieben, der Schwächen in anderen Bereichen ausglich.
Dagegen setzte sich der Negativtrend im Mittelstandssegment (SMB) fort: Die Umsätze gingen zurück, und die Kundenabwanderung stieg im vierten Quartal auf 16,4 Prozent. Die Unternehmensführung rechnet damit, dass sich dieser Trend bis Mitte 2026 fortsetzt, und führt als Hauptgrund eine überarbeitete Preissstruktur an.
Die Übernahme von 1E im Jahr 2024 verlief nicht ohne Rückschläge: Betriebliche Störungen und der Verlust wichtiger Mitarbeiter belasteten die Integration. Diese Probleme führten im ersten Quartal 2026 zu einem einmaligen Kundenverlust in Höhe von etwa 8 Millionen Euro.
Für das Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von lediglich 0 bis 3 Prozent bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 43 Prozent. Trotz der Herausforderungen treibt die Führung neue Produktinnovationen voran, darunter tiefere Integrationen mit Microsoft Intune sowie eine Partnerschaft mit Cybus für Augmented-Reality-Anwendungen in Fabriken.
Drei anstehende Termine sind für Investoren von besonderer Bedeutung: der Jahresfinanzbericht im März 2026, die Quartalszahlen für Q1 im Mai sowie die Hauptversammlung im Juni. Zudem wird erwartet, dass das Unternehmen vom MDAX in den SDAX wechselt, was Anpassungen in den Portfolios von Indexfonds auslösen könnte.
Die kurzfristige Prognose bleibt vorsichtig: Das Unternehmen rechnet mit bescheidenem Umsatzwachstum und anhaltenden Schwierigkeiten im Mittelstandssegment. Dennoch könnten der Enterprise-Bereich und strategische Innovationen für Stabilität sorgen, während das Unternehmen die Marktvolatilität bewältigt.
Der Wechsel in den SDAX sowie die wichtigsten Finanzupdates im frühen Jahresverlauf 2026 dürften in den kommenden Monaten die Stimmung unter den Anlegern prägen.