UniCredit plant 35-Milliarden-Übernahme der Commerzbank – Märkte in Aufruhr
Ella WagnerUniCredit plant 35-Milliarden-Übernahme der Commerzbank – Märkte in Aufruhr
Ein mögliches Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro hat die deutschen Märkte erschüttert. Der überraschende Vorstoß dominierte am Montag den Handel, wobei Analysten darin weniger einen vollständigen Übernahmeversuch als vielmehr einen strategischen Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel sehen, um Verhandlungen zu erzwingen. Die Führung der Commerzbank sowie wichtige Stakeholder haben bereits vehementen Widerstand gegen das Vorhaben signalisiert.
Das Angebot der UniCredit bewertet die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie und basiert auf einem Umtauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Ein formelles Angebot wird im Mai erwartet, doch die Ablehnung durch die deutsche Regierung – die mit 12 Prozent an der Commerzbank beteiligt ist – bleibt unnachgiebig. Vertreter der Bundesregierung haben wiederholt eine feindliche Übernahme durch die italienische Bank zurückgewiesen.
Die Offerte stößt auf breite Kritik. Der Betriebsrat der Commerzbank bezeichnete den Schritt als schädlich für das Unternehmen, während die Gewerkschaft Verdi vor massiven Stellenstreichen warnte, sollte das Geschäft zustande kommen. Die Markt Reaktionen fielen gemischt aus: Zyklische Werte und Reiseunternehmen wie Lufthansa und TUI gaben aufgrund sinkender Ölpreise nach, während Bayer nach positiven Studienergebnissen zulegte und Siemens Energy Kursgewinne verzeichnete.
Der DAX bleibt unter Druck und notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Analysten zufolge hängt die weitere Entwicklung davon ab, wie die Commerzbank auf den Vorstoß der UniCredit reagiert. Ein Anstieg über die Marke von 24.000 Punkten würde technische Stärke signalisieren, während die Unterstützung bei etwa 22.900 Punkten entscheidend bleibt.
Die geplante Übernahme hat Unsicherheit an den deutschen Märkten ausgelöst, wobei sich sowohl politische als auch Arbeitnehmervertreter vehement gegen das Vorhaben stellen. Die nächsten Schritte der Commerzbank werden zeigen, ob das Angebot der UniCredit an Fahrt gewinnt oder am Widerstand scheitert. Die Performance des DAX in den kommenden Wochen wird voraussichtlich die Anlegerstimmung zu diesem Thema widerspiegeln.