Verkehrsminister lehnen Zweipersonen-Teams in Zügen trotz Gewaltwelle ab
Clara HofmannVerkehrsminister lehnen Zweipersonen-Teams in Zügen trotz Gewaltwelle ab
Die Verkehrsministerkonferenz hat einen Vorschlag abgelehnt, Zweipersonen-Teams in Zügen bundesweit verbindlich vorzuschreiben. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar. Gewerkschaften hatten sich für die Änderung eingesetzt und argumentiert, sie würde die Sicherheit des Personals erhöhen.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) forderte nach dem tödlichen Vorfall Zweipersonen-Besetzungen als Standardmaßnahme. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Ablehnung der Minister scharf und warnte, die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter werde weiter zunehmen. Offizielle Zahlen zu Angriffen seit dem Februar-Vorfall liegen nicht vor, doch die Daten für 2025 verzeichneten über 3.000 Übergriffe – im Schnitt acht pro Tag. Bereits zuvor war die Zahl von 3.144 im Jahr 2023 auf 3.324 im Jahr 2024 gestiegen, mit täglich fünf körperlichen Angriffen in den ersten zehn Monaten 2025.
Die Deutsche Bahn reagierte auf den Angriff mit der Einführung von Körperkameras für Mitarbeiter und lockerte die Kontrollen von Ausweispflichten. Die Verkehrsministerkonferenz erkannte diese Schritte an, verwies jedoch auf die hohen Kosten. Statt einer bundesweiten Regelung einigten sich die Minister darauf, dass die Personalstärke regional je nach Bedarf festgelegt werden solle.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die Wirksamkeit der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen bis Ende April zu überprüfen. Gleichzeitig laufen weiterhin Gespräche über eine verstärkte Überwachung an Bahnhöfen. Die Bundesregierung betonte, dass keine zusätzlichen Mittel über den bestehenden Haushalt hinaus bereitgestellt werden. Die Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn bleiben bestehen, doch die Gewerkschaften drängen weiter auf strengere Schutzmaßnahmen. Angesichts der ungebremsten Zunahme von Angriffen auf Bahnmitarbeiter dürfte die Debatte über die Sicherheit des Personals anhalten.






