VW plant radikale Kürzungen: Vier Werke und 100.000 Jobs in Gefahr
Maximilian SchmidtVW plant radikale Kürzungen: Vier Werke und 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen steht vor großen Herausforderungen in seinem europäischen Geschäft. Der Konzern erwägt die Schließung von vier Werken und den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit bis 2030, um Überkapazitäten und steigende Kosten zu bekämpfen. An einigen Standorten liegt die Auslastung der Produktion bei weniger als 60 Prozent.
Betroffen sind die Werke in Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Dort sind insgesamt rund 40.000 Menschen beschäftigt. Die Standorte – darunter Zwickau und Emden, die Batterie-Elektrofahrzeuge fertigen – haben ihre Produktion wegen Überkapazitäten gedrosselt. Die ungenutzte Produktionskapazität in Europa wird auf bis zu 800.000 Fahrzeuge geschätzt.
Konzerchef Oliver Blume hat weitreichende Reformen vorgeschlagen, um die Effizienz wiederherzustellen. Dazu gehören die Ausgliederung der Kernmarke VW Pkw sowie der Komponentensparte. Zudem müsse man die deutschen Werke durch „entschlossenes Handeln“, so Blume, wieder an die volle Auslastung heranführen.
Bereits für 2024 hatte Volkswagen geplant, mehrere deutsche Standorte zu schließen, was 30.000 Jobs gekostet hätte. Die Gewerkschaften, darunter die IG Metall, lehnen diese Pläne vehement ab. Gleichzeitig hat der Konzern über 6 Milliarden Dollar in den US-Elektroautohersteller Rivian investiert, um seine Softwarekompetenz zu stärken – ein Zeichen für den Modernisierungskurs. Da die Produktion in Asien, insbesondere in China, deutlich günstiger ist als in Europa, wächst der Druck, die Kosten zu senken.
Die geplante Umstrukturierung soll die finanziellen und operativen Probleme lösen. Sie könnte die Organisation von Volkswagen grundlegend verändern und die Belegschaft deutlich verkleinern. Doch der Konzern muss einen Balanceakt meistern: zwischen Sparmaßnahmen, dem Widerstand der Arbeitnehmervertreter und dem Zwang, wettbewerbsfähig zu bleiben.
