02 April 2026, 00:31

Halle erinnert mit Schuh-Installation an Femizid-Opfer des Jahres 2025

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße und hält ein "Solidarität und Feminismus"-Schild, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Halle erinnert mit Schuh-Installation an Femizid-Opfer des Jahres 2025

Halle gedenkt der Frauen, die 2025 Opfer von Femiziden wurden – mit einer eindrucksvollen Aktion auf den Rathausstufen

Mit einer bewegenden Installation auf den Stufen des Rathauses hat Halle an die Frauen erinnert, die 2025 durch Femizide ihr Leben verloren. Paare von Schuhen, jedes als Symbol für ein action, säumten den Eingang im Rahmen der weltweiten Kampagne One Billion Rising. Die jährlich am 14. Februar stattfindende Aktion fordert ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt.

Die Installation diente als stummer Protest – jeder Schuh stand für eine Frau, deren Leben gewaltsam beendet wurde. Die Organisator:innen betonten, dass es sich dabei nicht um bloße Statistiken handle, sondern um reale Menschen, deren Tod niemals hätte geschehen dürfen. Zwar liegen die bundesweiten Zahlen für 2025 noch nicht vollständig vor, doch allein in Hamburg gab es im vergangenen Jahr drei mutmaßliche Femizid-Fälle.

Das diesjährige Motto der Kampagne lautete Women on Fire – Ni Una Menos ("Frauen in Flammen – Nicht eine weniger"), ein Aufruf zum action, der von lateinamerikanischen Bewegungen übernommen wurde. Der Slogan unterstreicht die Dringlichkeit im Kampf gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt. In Deutschland jedoch werden solche Taten rechtlich nicht als Femizid erfasst, sondern unter den allgemeinen Straftatbeständen Mord oder Totschlag geführt.

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Trotz des Ausmaßes der Problematik bleibt die Anzeigenbereitschaft gering: Nur etwa 10 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt erstatten Anzeige, bei Frauen in Partnerschaften sinkt die Zahl sogar auf lediglich 5 Prozent. Halle hat bereits zugesagt, sich auch an den Protesten des kommenden Jahres zu beteiligen – geplant ist eine öffentliche Tanzdemo gegen Gewalt.

One Billion Rising fördert globale Solidarität durch Tanz, Mahnwachen und öffentliche Kundgebungen. Die Bewegung setzt sich für mehr Bewusstsein und strukturelle Veränderungen ein, um Frauen und Mädchen besser zu schützen.

Die Aktion in Halle lenkt den Blick auf eine anhaltende, doch oft vernachlässigte Krise. Angesichts von Dunkelfeld und rechtlichen Lücken, die Fortschritte behindern, kämpfen Aktivist:innen weiter für Anerkennung und konkrete Maßnahmen. Die Proteste im nächsten Jahr sollen den Druck aufrechterhalten – damit diese Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

AKTUALISIERUNG

New Data Reveals Scale of 2025 Femicides in Germany

New research from Stern has documented the full scale of femicides in Germany during 2025. The findings show:

  • Over 80 women were killed by partners or ex-partners that year.
  • The victims' stories are archived in an interactive calendar detailing each case.
  • Experts describe these killings as 'femicides' driven by gender-based violence.