Warendorfs Stadtrat beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Clara HofmannWarendorfs Stadtrat beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Stadtrat von Warendorf beschließt Beibehaltung dreier umstrittenen Straßennamen
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen nicht zu ändern. Die Entscheidung erfolgt trotz einer Empfehlung eines Bürgergremiums, die Namen umzubenennen. Ausschlaggebend für die Ablehnung des Vorschlags waren jedoch Bedenken hinsichtlich der Kosten und der lokalen Meinung.
Die Straßen Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße bleiben damit unverändert, ebenso wie eine Tafel am Rathaus mit einem Zitat von Agnes Miegel. Eine Bürgerinitiative hatte sich für eine Umbenennung eingesetzt und die aktuellen Namen als problematisch bezeichnet. Reinhold Schoppmann, ein Mitglied der Gruppe, kritisierte im Anschluss die Untätigkeit des Rates scharf. Die Entscheidung sei enttäuschend und zeige eine Missachtung der öffentlichen Beteiligung, so Schoppmann.
Während der Beratungen wurden Kompromissvorschläge eingebracht. Unter anderem wurde angeregt, das Miegel-Zitat auf der Rathaus-Tafel durch Worte des ortsansässigen Autors Paul Schallück zu ersetzen. Doch der Rat lehnte auch diese Alternativen ab und bestand auf der Beibehaltung des bestehenden Textes.
Ein entscheidender Faktor für die Abstimmung waren die Kosten. Der Rat schätzte, dass allein der Austausch der Straßenschilder rund 5.700 Euro kosten würde. Angesichts der Haushaltslage gab die Mehrheit den finanziellen Einsparungen und der administrativen Einfachheit den Vorzug vor den vorgeschlagenen Änderungen.
Ratsmitglied André Wenning verteidigte die Entscheidung mit Verweis auf die lokale Stimmung. Die Meinung der Anwohner habe mehr Gewicht als die Empfehlung des Gremiums, betonte er. Letztlich stimmte der Rat für den Status quo – die Namen und die Tafel bleiben unverändert.
Die Ablehnung bedeutet, dass weder die drei Straßennamen noch die Agnes-Miegel-Tafel geändert werden. Die Entscheidung des Rates stützte sich auf finanzielle Erwägungen und die Präferenzen der betroffenen Anwohner. Damit spart die Stadt zwar die 5.700 Euro, lässt die Debatte um die Namen jedoch ungelöst.






