PKV-Verband begrüßt Apotheken-Reformen – doch Finanzierung und Nutzen bleiben strittig

Hannah Hofmann
Hannah Hofmann
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Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, auf dem steht "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneimittelkosten sparen".Hannah Hofmann

PKV-Verband begrüßt Apotheken-Reformen – doch Finanzierung und Nutzen bleiben strittig

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat auf neue Reformen reagiert, die die Rolle von Apothekerinnen, Apothekern und Apotheken im Gesundheitswesen ausbauen sollen. Zwar unterstützt der Verband einige der geplanten Änderungen, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der Wirksamkeit der Leistungen sowie der Praktikabilität der neuen Aufgaben.

Die Reformen, die im Rahmen des Apotheken-Versorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) vorgelegt wurden, zielen darauf ab, das Leistungsspektrum der Apotheken zu erweitern – etwa durch Impfungen, die Notabgabe von Medikamenten und Beratungen zu Lebensstilfragen. Die Stellungnahme des PKV-Verbandes zeigt dabei sowohl Zustimmung als auch Skepsis gegenüber den vorgeschlagenen Maßnahmen.

Der Verband begrüßt grundsätzlich die Pläne, Apotheken als zentrale Akteure in der Gesundheitsversorgung zu stärken. Er unterstützt insbesondere die Ausweitung der Impfkompetenz sowie die einmalige Abgabe von verschreibungspflichtigen Langzeitmedikamenten ohne Rezept in dringenden Notfällen. Kritisch sieht der Verband jedoch die geplante Freigabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in akuten Fällen ohne strengere Kontrollmechanismen.

Bei der Finanzierung moniert der PKV-Verband, dass das bestehende System für pharmazeutische Dienstleistungen veraltet und ineffizient sei. Gefordert wird ein neues Modell, das eine faire Kostenverteilung gewährleistet – insbesondere für privatversicherte Patientinnen und Patienten. Zudem pocht der Verband auf gesetzliche Anpassungen, die eine individuelle Abrechnung mit privaten Krankenversicherungen für diese Leistungen ermöglichen.

Zweifel äußert der PKV-Verband auch daran, ob Beratungen zu Verhaltensrisiken wie Ernährung und Bewegung tatsächlich messbare Vorteile für Patientinnen und Patienten bringen. Apotheken könnten schlichtweg nicht über die notwendigen Kapazitäten verfügen, um wirksame Lebensstilberatungen anzubieten. Der Verband fordert daher vor der flächendeckenden Einführung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen eine vorherige Evaluation, um sicherzustellen, dass diese einen nachweisbaren Nutzen für Versicherte bieten.

Beim Thema Preise befürwortet der Verband die jüngsten Regelungen zu Rezepturarzneimitteln. Er betont, dass Effizienzgewinne aus Preisverhandlungen auch Privatversicherten und ihren Kunden zugutekommen müssen. Zudem verlangt der PKV-Verband, in künftige Diskussionen über Arzneimittelpreise einbezogen zu werden, um die Interessen privat Versicherter zu vertreten.

Die Reformen knüpfen an das Apotheken-Stärkungsgesetz von 2020 an, das bereits die Rolle der Apotheken ausbauen sollte. Zwar liegen noch keine klaren Daten zur Nachfrage nach den bestehenden Angeboten vor, doch die aktuellen Pläne sehen eine weitere Ausweitung vor – etwa durch Triage-Leistungen und präventive Gesundheitsangebote. Die Haltung des PKV-Verbandes zeigt sich ambivalent: Einerseits wird praktischen Verbesserungen wie der Impfkompetenz und dem Notfallzugang zu Medikamenten zugestimmt, andererseits werden ungetestete Maßnahmen mit Vorsicht betrachtet.

Die Stellungnahme des PKV-Verbandes unterstreicht den Bedarf nach klaren Finanzierungsstrukturen und evidenzbasierten Leistungserweiterungen. Zwar werden Reformen wie die Ausweitung der Impfbefugnisse und der Notfallmedikamentenabgabe unterstützt, doch für weitergehende Änderungen fordert der Verband strengere Prüfungen. Zudem insistiert er auf faire Preisgestaltung und Abrechnungsmodalitäten, die auch den Belangen privat Versicherter in Zukunft Rechnung tragen.

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